Anspruchsvoll vermenschelt

Am Schauspiel Hannover arbeiten Toshiki Okada und Herbert Fritsch mit sehr eigenen Handschriften und inszenieren Kollektive – «Sliding away» und «Schwindel»

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Wer wankt am Ende stärker? Die fünf Zombies am Filmset, die endlich mal einen Film über sich aus eigener Perspektive drehen wollen – oder die neun Schauspielverweigerer mit ihren schultütenhaften Kasperlehüten, die zwischen drei Fotowänden hin- und hertaumeln? Die beiden Kollektive, die Toshiki Okada und Herbert Fritsch am Ballhof 1 und im Schauspiel Hannover inszenieren, haben eines gemeinsam, nämlich den metaphorisch schwankenden Grund ihre Tuns. «Sliding Away», also «Entgleiten», heißt Okadas Zombie-Stück, «Schwindel» Fritschs Impro-Etüde über den Unsinn.

Fast scheint es, als habe Intendant Vasco Boenisch die beiden Produktionen zum Saisonende in eine Competition der Haltlosigkeit geschickt.

Zombie-Empowerment
Der Zombie, daran erinnert ein Aufsatz der Politikwissenschaftlerin Jeanette Ehrmann im Programmheft, entstammt den Voodoo-Ritualen des postkolonialen Haiti. Dem zufolge ist der «zombi» eine «Person, die von einem Zauberer in einen scheintoten Zustand versetzt und als lebloser Automat wieder zum Leben erweckt wird», um willenlos für ihren Herrn, den Zauberer, zu schuften. In dieser Erzählung spiegeln sich sowohl die traumatische Erfahrung der Sklavenarbeit als auch die ...

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Theater heute Juli 2026
Rubrik: Aufführungen, Seite 8
von Eva Behrendt

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