Bang, bang, bang
Manchmal holt das Theater die Wirklichkeit nonchalant ein. Während draußen über Ölund Kerosinkrise diskutiert wird, ragt ein riesiger Flugzeugflügel auf die Studiobühne im Theaterhaus Jena. Mona Louisa-Melinka Hempel, Thato Kämmerer, Jonathan Perleth und Matondo Castlo spielen, springen und tanzen auf dem und um das von Marie Alice Bahra erdachte Flügelszenario herum. Sie sollen mit dem Stück ja auch 9600 km überbrücken, da ist so ein halbes Flugzeug natürlich das Mindeste.
Die Strecke ergibt sich aus der Distanz Kapstadt – Berlin, wo die beiden Autorinnen dieser Uraufführung ihren jeweiligen Lebensmittelpunkt haben. Der eingängige Titel der Kooperation: «This is just us – naked in the face of the world». Theresa Henning schreibt aus der deutschen Hauptstadt und Khanya Athule Baba aus Südafrika, wobei sie vor allem das Township Khayelitsha in den Fokus nimmt mit seiner Armut, seiner Gewalt und vor allem seinen Menschen, die irgendwie auch ihre Menschen sind.
Bereits im Foyer laufen zur Einstimmung Videos mit Straßenszenen aus dem Township, die vor allem den ganz normalen Alltag dort zeigen. Die Reden und Gedanken der Autorinnen werden in zwei Frauenfiguren destilliert: Magda aus ...
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Theater heute Juli 2026
Rubrik: Chronik, Seite 61
von Torben Ibs
Die englische Autorin Rebecca Watson beschreibt in ihrem Debütroman «Little Scratch» (2021) einen ganz normalen Tag im Leben einer jungen Frau, die als Redaktionsassistentin bei einer Zeitung arbeitet. Um 7.30 Uhr läutet der Wecker, sie steht auf, putzt sich die Zähne, läuft zum Bahnhof, fährt ins Büro, setzt sich dort an ihren «beschissenen» Schreibtisch, tauscht...
Fürs Programm ist immerhin gesorgt! Falls wir in mittelfristiger Zukunft noch öffentlich getragene Theater haben sollten – und das scheint derzeit ja ein großes «Falls» –, dann wird es auch weiterhin genug Kunst geben, um die vielen Kästen angemessen zu bespielen. Das ist das muntermachende Fazit einer knappen Woche beim diesjährigen Körber Studio Junge Regie. Für...
Theater heute «Wokey Wokey» trägt sein Thema im Titel. Es geht um eine gescheiterte Neuverfilmung von George Orwells «1984», bei der die Sprech- und Denkverbote mit woken Thesen gleichgesetzt werden. Das Thema verfolgt Sie: Schon 2017 haben Sie im Berliner Gorki Theater ihr Stück «The Sequel» uraufgeführt, in dem es ebenfalls um eine Neuverfilmung von «1984» geht,...
