Hamlet im Eisenbahnwerk

William Shakespeare/Tiger Lillies «Hamlet» am Staatstheater Cottbus

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RAW – drei Buchstaben, überlebensgroß aus verwitterten Stahl, stehen auf der Bühne, die zunächst noch nach vorne geschlossen ist mit einer vergilbten Fensterwand. Drei Buchstaben, die ein Rätsel aufgeben, doch dem kundigen Cottbuser sogleich einen festen Ort markieren. Sie stehen für das Reichsbahnausbesserungswerk, das irgendwann in den 1990er final abgewickelt wurde. Immerhin aktuell investiert die Bahn wieder Millionen in ein neues ICE-Wartungswerk, aber hier war der Traum erstmal aus und die Zeit somit aus den Fugen.

Zum Ende seiner Zeit im Leitungsteam der Schauspieldirektion am Staatstheater Cottbus schickt Armin Petras einen «Hamlet» auf die große Bühne, sein Vorgänger Jo Fabian zeigte seinerzeit einen «Anti-Faust». Es ist der vorletzte Teil von Petras’ Lausitz-Zyklus, in dem er unter anderem Hauptmanns Biberpelz in die Spreewaldkanäle versetzt hatte und mit Fühmann und Strittmatter die DDR-Literatur auf ihren Materialwert abklopfte. Das Finale bildet dann eine «Kirschgarten»-Bearbeitung im Kleinen Haus.

Jetzt versetzt er den Prinzen von Dänemark in die große Umbruchszeit und lässt ihn per Video mit Ophelia und Kinderwagen durch Plattenbau -seligkeit ziehen. Das ...

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Theater heute Juni 2025
Rubrik: Chronik, Seite 57
von Torben Ibs

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