Hamburger Dramaturgie

Schauspiel-Wechsel: Karin Beier hinterlässt 2013 das nächste Kölner Loch. Für die Kölner Kulturpolitik ist keine Besserung in Sicht.

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Und dann ging alles ganz schnell. Kaum fünf Wochen dauerte es von dem durch Indiskretion bekannt gewordenen Angebot bis zur Vertragsunterschrift, mit der Karin Beier am 4. März im Rathaus der Hansestadt ihre Intendanz des Deutschen Schauspielhauses Hamburg zur Spielzeit 2013/14 besiegelte. Beiers Timing saß perfekt, und ihre Taktik ging auf, sich in Hamburg früh eines überparteilichen Konsenses zu versichern.

Sie war cleverer, als die gesamte Kölner Kulturpolitik ahnte, obschon die es seit der Debatte um Schauspielhaus-Abriss oder -Sanierung hätte wissen können, in der Beier souverän über den Ausnahmezustand verfügte.

Um sich örtliche kulturpolitische Verwaltungspraxis vorzustellen, bedarf es geringer Fantasie. Amtshilfe leistet da die Regisseurin Beier selbst, wenn sie in ihrer Jelinek-Inszenierung «Ein Sturz» Einblicke in Behördengänge, Aktenverlagerung, Telefonannahme und andere bürokratische Leerläufe der «administrativen Ekstase» gibt, wie es bei Dostojewski heißt. Zum Beispiel der Kulturdezernent. Dem fiel zu Hamburgs feindlicher Übernahme der erfolgreichsten deutschen Theaterchefin nur eines ein: Er pochte auf den geschlossenen Vertrag mit Beier, der regulär bis 2014 währt ...

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Theater heute April 2011
Rubrik: Magazin, Seite 63
von Andreas Wilink

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