Hamburg: Ein Witz. Aber nicht zum Lachen
Alljährlich im Januar veranstaltet das Hamburger Thalia Theater die Lessingtage. Ein klug kuratiertes Festival außerhalb der eigentlichen Festivalsaison, das eher selten Lessing zeigt, sondern Lessings Humanismus als konstituierend für das städtische Zusammenleben unter multikulturellen Vorzeichen interpretiert, unter anderem mit Gastspielen aus Mexiko und Belgien, mit Stadtführungen, Diskussionsveranstaltungen und Lectures.
Meist hält die Form dabei nicht ganz Schritt mit dem inhaltlichen Konzept, zumal die 2020er-Ausgabe mit Kolonialismus und Klimakatastrophe als zentrale Themen zwei recht große Fässer aufmacht.
Immerhin weiß das Thalia mit seinem eigenen Beitrag das Festivalthema mustergültig zu erfüllen. Das Deutsche Reich hat fleißig beim Menschheitsverbrechen Kolonialismus mitgemischt und verantwortet mit dem Völkermord an den Herero und Nama zwischen 1904 und 1908 im damaligen Deutsch-Südwestafrika den ersten Genozid des 20. Jahrhunderts. Dokumentartheaterspezialist Gernot Grünewald und der namibische Regisseur David Ndjavera verhandeln «Hereroland» in der Thalia-Nebenbühne Gaußstraße, Bühnenbildner Michael Köpke hat hierfür einen Parcours gebaut, in dem man auf ...
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Theater heute März 2020
Rubrik: Chronik, Seite 57
von Falk Schreiber
Es geht schon vom ersten Moment an in die Hose. Das Intro zu «Prometheus», das im Juni im Studio der Schaubühne Premiere hatte, sollte sie uns kurz noch mal referieren, Sie wissen schon, all diese Götter, die da durcheinandergeraten im antiken Mythos, und die Streberin im kleinen Schwarzen (Carol Schuler) hat es auch ganz gut drauf. Aber der Typ daneben, eigentlich...
Vergangenen Oktober, anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der friedlichen Revolution, erzählte Alexander Weigel noch einmal, wie es zur legendären «Hamlet/Maschine» von Heiner Müller im Deutschen Theater kam, die er als Dramaturg begleitet hatte. Wie die im Januar 1988 herausgekommene Inszenierung «Der Lohndrücker» zwar das «Publikum einigermaßen frappiert» hatte...
Jetzt kommt der Glaskasten also weg. Seit Jahren ist bekannt, dass die Theaterdoppelanlage der Städtischen Bühnen Frankfurt marode ist. Das markante Gebäude am Willy-Brandt-Platz beherbergt Oper wie Schauspiel, hinter seiner 120 Meter langen Glasfront von 1963 vereinigt es hundert Jahre Baugeschichte – ein Haus, das immer wieder teilsaniert und erweitert wurde. Im...
