Grenzüberschreitungen erwünscht
Eins der wichtigsten Londoner Theater hat einen neuen Chef: Dominic Cooke löste im Januar dieses Jahres den langjährigen Intendanten Ian Rickson an der Spitze des Royal Court ab. Nach zehn Rickson-Jahren, von einem sehr spezifischen «social realism» geprägt, der vor allem die britische Unterschicht unter dem Bühnenmikroskop zappeln ließ, weht mit dem Einzug des jungen Cooke nun eine unverkennbar innovative Brise durch diese heiligen New-Writing-Hallen. So begeisterte sich der Theaterkritiker des «Independent»: «Dominic Cooke has just the genius and the kick that this venue needs.
It’s fist-bitingly exciting.» Fast alles scheint möglich. Obwohl Stücke wie «The Eleventh Capital» und «My Child», beides Erstlinge von blutjungen Autoren (Alexandra Wood und Mike Bartlett), die knapp und lakonisch Außenseiterleben beschreiben, der gewohnten Tradition folgen und auch eine gewisse Kontinuität versprechen.
Horizonterweiterung mit «Dissocia»
Das Eröffnungsstück seiner Amtszeit auf der großen Bühne downstairs war dafür ein Court-Quantensprung, der die Türen weit aufreißt für ein breiter gefächertes, unberechenbareres Programm, als man es in der letzten Dekade gewohnt war: Anthony Neilsons ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Ferienende in Frankreich: Die rentrée littéraire steht trommelwirbelnd und trompetenschmetternd ante portas. Nicht weniger als 727 belletristische Salven wird die Armada der versammelten Verlage bis November auf Publikum und Presse abfeuern. Zu den schwersten Geschossen zählt «L’ aube le soir ou la nuit» (Flammarion) von Yasmina Reza, das einen völlig...
Ein Mann kommt auf die Bühne, projiziert ein paar Bilder von Hühnern. Redet von Bodenhaltung. Prinzipielle Überlegungen zu Futter, Ungeziefervermeidung, Schlachtung. Die Zuschauer ratlos oder amüsiert, drei, vier verärgert. Nach einstündigem Diavortrag dann Zeit für Fragen; Fragen zur Geflügelhaltung und Fragen zur Repräsentation im Theater. Aber weiß der Mann auf...
Zu viele Alte, zu wenige Junge – Deutschlands demografisches Problem betrifft vor allem die Jugend, ihre Zukunft wird verspielt. Wenn schon der Verband junger Unternehmer die Aufkündigung des Generationenvertrags fordert, warum rebelliert die Jugend nicht? Warum nicht ein paar symbolische Robin-Hood-Aktionen: Altenheime ausrauben und von dem Erlös der Beute...
