Grenzüberschreitungen erwünscht
Eins der wichtigsten Londoner Theater hat einen neuen Chef: Dominic Cooke löste im Januar dieses Jahres den langjährigen Intendanten Ian Rickson an der Spitze des Royal Court ab. Nach zehn Rickson-Jahren, von einem sehr spezifischen «social realism» geprägt, der vor allem die britische Unterschicht unter dem Bühnenmikroskop zappeln ließ, weht mit dem Einzug des jungen Cooke nun eine unverkennbar innovative Brise durch diese heiligen New-Writing-Hallen. So begeisterte sich der Theaterkritiker des «Independent»: «Dominic Cooke has just the genius and the kick that this venue needs.
It’s fist-bitingly exciting.» Fast alles scheint möglich. Obwohl Stücke wie «The Eleventh Capital» und «My Child», beides Erstlinge von blutjungen Autoren (Alexandra Wood und Mike Bartlett), die knapp und lakonisch Außenseiterleben beschreiben, der gewohnten Tradition folgen und auch eine gewisse Kontinuität versprechen.
Horizonterweiterung mit «Dissocia»
Das Eröffnungsstück seiner Amtszeit auf der großen Bühne downstairs war dafür ein Court-Quantensprung, der die Türen weit aufreißt für ein breiter gefächertes, unberechenbareres Programm, als man es in der letzten Dekade gewohnt war: Anthony Neilsons ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Man kann’s ja mal versuchen. Als seine Kollegin Barbara (Nicole Averkamp) aus der Küchenabteilung erschöpft auf seinem Ausstellungsstück Platz nimmt, da preist der Bettenverkäufer Tibor (Jan Schreiber) ihr die Vorzüge der Matratze an. «Man muss ja nicht das ganze Bett nehmen.» Um sich gleich darauf zu entschuldigen: «Ich möchte nicht, dass du das falsch verstehst.»...
Theater heuteTom Stromberg, als was können wir Sie begrüßen? Als Produzenten? Gutsbesitzer? Akademie-Direktor? Festival-Macher?
Tom StrombergIch habe noch viel schönere Berufsbezeichnungen: Ich nenne mich am liebsten Impresario und Geheimdramaturg. Festival-Leiter stimmt in Bezug auf «Impulse», dabei muss aber unbedingt Matthias von Hartz genannt werden, mit dem...
Ferienende in Frankreich: Die rentrée littéraire steht trommelwirbelnd und trompetenschmetternd ante portas. Nicht weniger als 727 belletristische Salven wird die Armada der versammelten Verlage bis November auf Publikum und Presse abfeuern. Zu den schwersten Geschossen zählt «L’ aube le soir ou la nuit» (Flammarion) von Yasmina Reza, das einen völlig...
