Grenzen (auf) der Bühne

Wie geht Darstellung ohne Zurschaustellung? Flüchtlingstheater in Südafrika und Deutschland

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Sie kommen aus dem Norden. Die Grenze ist löchrig, und Schlepperbanden besorgen den Rest: zu Fuß, über das Land, herunter vom Hochplateau, aus den angrenzenden Nachbarländern Zimbabwe, Mosambik, Angola, aus Zentralafrika, dem Kongo, aber auch aus dem Nordwesten, Senegal, Elfenbeinküste.

Sie kommen aus dem Süden. Zu Fuß, durch die Wüste, überqueren Landesgrenzen des Kontinents, aus Nord-, Ost- und Zentralafrika, Eritrea, So­malia, dem Sudan – ein lukratives Geschäft für die Schlepperbanden.

Denn sie müssen weiter über das Wasser, das Meer der Toten, heutzutage die gefährlichste Route der Welt.

Das Ziel derer aus dem Norden ist Südafrika. Sie leben in den Townships, deren Armut, Gewalt und Kriminalität. Dort nennt man sie «Aliens». Sie sind die untersten in der menschenverachtenden Hierarchie, arbeiten hart und schicken das wenige Geld ihren zurückgebliebenen Familien. Sie werden gehasst, geschlagen und getreten.

Das Ziel derer aus dem Süden ist Europa. «Asylanten» – klingt wie «Aliens», Schimpfworte. Manchmal dürfen sie weiterziehen, kommen von Auffanglagern in Flüchtlingsheime, sie werden eingepfercht, ausgegrenzt, malträtiert und beschimpft.

Südafrika und Europa: ein Land und ein ...

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Theater heute Februar 2015
Rubrik: Theater ohne Grenzen, Seite 26
von Julius Heinicke

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