Wortspiele ums Schattendasein

Elfriede Jelinek «Schatten (Eurydike sagt)» (DE) in Karlsruhe

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Wir wissen, dass es schiefgehen musste. Eurydike war und blieb tot, da konnte Orpheus noch so singen. Die mythologische Figur ist bei Elfriede Jelinek «nur» eine Schattenfrau, die man sich als Gattin eines Popstars vorstellen kann. Kommt sie auf den abwesenden Mann zu sprechen, kann sie schön spitz werden und so gar keinen Wert dar­auf legen, vom Göttergatten aus dem Schattenreich entführt zu werden. Einsam ist sie aber auch und ihrem unge­stillten Begehren ausgeliefert.

Von einem Schlangenbiss ins Jenseits befördert, wird sie nun von der Angstlust verfolgt, die Schlange hätte sie ja auch penetrieren können.

Ansonsten geht es um Anfälle von Kleiderkaufrausch und immer wieder um den Gatten, dem die Girlies kreischend huldigen. Für die hysterischen Mädchen empfindet Eurydike nur Verachtung. Aber: «Die haben wenigstens ihre Gier, die an ihren Gliedern zieht, die spüren was, die wollen was.» Und Orpheus? Für Jelinek ein autistischer Popstar, dem Eurydike erst dann begehrenswert erscheint, als sie nicht mehr verfügbar ist. Dumm, dass sie tot ist, denkt er und singt weiter.

Der Text ist für Jelinek-Verhältnisse kurze sechzig Seiten lang (abgedruckt in TH 10/12). Für die deutsche ...

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Theater heute Februar 2015
Rubrik: Chronik, Seite 52
von Jürgen Berger

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