Unter die Haut
Mit Reenactments ist es so eine Sache. Selbst wenn man zum Zweck kritischster Draufschau rassistische, sexistische, antisemitische oder sonstwie mensch- oder tierverachtende Ereignisse aufführend wiederholen und idealerweise erkenntnisstiftend durcharbeiten möchte, macht man sich zum Komplizen des Heraufbeschworenen. Das können auch gezielte Brechungen – Beispiel: «Breiviks Erklärung» wird von einer Schauspielerin mit Migrationshintergrund vorgetragen – nicht restlos verhindern.
Vor diesem Problem müssen irgendwann auch die Performance-Künstlerinnen Iva Sveshtarova und Rose Beermann gestanden haben. Beim Festival «Freischwimmer», das die beiden Gießen-Absolventinnen mit «Strip naked, talk naked» eröffneten, reeanacteten sie mit Hilfe von Daniel Hinojo und Sebastian K. König die erste Folge der dänischen Talkshow «Blachman». Darin unterhalten sich zwei Männer auf der Couch über eine nackte Frau, die wortlos vor ihnen posiert – mit dem Ziel, im Pornozeitalter die Schönheit des weiblichen Körpers und damit die eigene Männlichkeit neu zu entdecken. Der Clou: Am Ende haben die quatschenden Männer weit mehr von sich preisgegeben als die schweigende Nackte.
Mit Fellbeispielen
Doch so ...
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Theater heute Februar 2015
Rubrik: Magazin, Seite 60
von Eva Behrendt
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