Graz: Der? Die? Das?

nach Virginie Despentes «Vernon Subutex»

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Angeblich lesen die Leute deshalb weniger Romane als früher, weil sie lieber Serien schauen. Viele gehen aber auch ins Theater, wo sich das Adaptieren von dicken Büchern ungebrochener Beliebtheit erfreut; in Graz ist dafür der Regisseur Alexander Eisenach zuständig. Nach Clemens J. Setz’ «Frequenzen» (TH 6/16) und Thomas Manns «Zauberberg» (TH 3/18) hat er nun zur Saisoneröffnung im Schauspielhaus «Vernon Subutex» von Virginie Despentes auf die Bühne gebracht.

 

Der dreibändige Romanzyklus ist eine fulminante Melange aus wüster Kolportage und scharfer Gesellschaftsanalyse; die Story setzt auf die bewährte Kombination Sex & Drugs & Rock ’n’ Roll – angereichert mit einer kräftigen Prise Crime. Der Titelheld landet nach der Pleite seines Schallplattenladens zunächst auf der Straße, erlebt dann aber ein wundersames Comeback als DJ, der die Fans wie ein Schamane in seinen Bann zieht. Rund um Vernon tummelt sich eine illustre Gesellschaft, der ehemalige Pornostars, ein skrupelloser Filmproduzent und eine lesbische Privatdetektivin angehören. 

Bei weitem nicht alle Figuren aus dem Roman haben es in die Bühnenfassung geschafft, aber doch sehr viele: Nicht weniger als 21 Rollen finden sich ...

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Theater heute November 2019
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Wolfgang Kralicek

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