Granaten statt Pistazien
«Wenn du bloß deine Eier leeren willst, sag nicht, dass du fürs Vaterland stirbst», staucht die junge Palästinenserin Imen den Nachbarssohn Amin zusammen, der einen israelischen Soldaten umgebracht hat und nun die Angst vor dem eigenen Tod mit dem Glauben an die 80 Jungfrauen im Märtyrerparadies niederringt. Vielleicht sind es Szenen wie diese, die Mohamed Kacimis 2004 in Frankreich entstandenes Nahost-Konflikt-Stück «Heiliges Land» seine Uraufführung auf einer deutschen Bühne erleben lassen.
«Die französischen Theater befassen sich zur Zeit noch auf einer sehr formellen Ebene mit Gewalt aus Angst vor der Gewalt in der Welt», sagt der seit 25 Jahren in Paris lebende algerische Autor in einem Interview zur Uraufführung.
Das Stück hat es in der Tat in sich: Es beginnt mit einer erniedrigenden Kontrolle von Imen durch den israelischen Soldaten Ian wegen der mutmaßlichen Flucht ihrer Mutter Carmen, es zeigt die alkoholgetränkte Apathie von Imens Nachbar Yad und lässt dessen Sohn am Sterben der Zivilbevölkerung verzweifeln – Amins Mord an dem Soldaten geht die Zerbombung eines Nachbarhauses voraus. Damit er von seinem Sohn, der in einer Mischung aus Machtrausch und Panik auch noch Imen ...
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