Gewalt und Dystopien

Das Programm des Heidelberger Stückemarkts setzt auf unüberhörbare Gesellschaftskritik

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Erinnern Sie sich noch? Peinlichkeiten wie «Brüh im Lichte des Glückes» oder knackige Lebensweisheiten à la «Wenn man eine Villa von der Straße sehen kann, ist es keine Villa» – derlei Überschriften kennen wir alle. Nur haben wir sie im Gegensatz zu Martin Kippenberger nicht über Jahre hinweg gesammelt und mit diesem Archiv eine Art Gesellschaftspanorama entworfen.

Wobei dies schon allzu sehr nach Design klingt! Denn was der Autor mit seiner 1986 veröffentlichten Sammlung eigentlich vorlegt, ist nicht mehr und nicht weniger als eine Liste mit eben diesen zumeist pointenreichen Miniaturen. Als Prosatext verspricht dies feinste Unterhaltung. Nur funktionieren die Kurztexte auch auf der Bühne? 2024 mit dem Preis des Heidel -berger Stückemarkts ausgezeichnet, hat das Kollektiv «Frankfurter Hauptschule» neue Schlagzeilen arrangiert, für ein letzthin kaum aufführbares Werk (siehe auch den Aufsatz zum Stück auf Seite 43–45).

Die Grundidee von «2×241 Titel doppelt so gut wie Martin Kippenberger»: Theater als Post, als ein Reigen aus Social Media-Clips, mit durchaus sehr komischem Effekt, da die wenigsten Videoprojektionen zu den Sprüchen passen. Sei es der Handtaschenhund im ...

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Theater heute Juni 2025
Rubrik: Festivals, Seite 51
von Björn Hayer

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