Schnitt und Gegenschnitt

John von Düffel nach David Safier «Solange wir leben» am Theater Bremen

Theater heute - Logo

Es ist eine Familiengeschichte und zuallererst eine Liebesgeschichte. Und zwar eine von epischem Format. «Nie wäre ich auf die Idee gekommen, über meine Eltern zu schreiben, wenn sie nicht das Leben von großen Romanfiguren geführt hätten», konstatiert der Bremer Autor David Safier, der dieses Leben schließlich aufgeschrieben hat. «So lange wir leben» heißt sein 2023 erschienener Roman, in dem sich allen Wahrscheinlichkeiten zum Trotz zwei typische Lebensläufe des 20.

Jahrhunderts kreuzen: der von Joschi, einem gebürtigen Wiener Juden, der die Verhaftung seines Vaters miterleben musste, vor den Nazis flüchtete, in Israel-Palästina ein neues Leben versuchte und schließlich zur See fuhr. Und der von Waltraut, Tochter eines Bremer Werftarbeiters, junge Witwe mit Kind und kaum Geld. Anfang der 1960er Jahre begegnen sich die beiden in einer Bremer Eis -diele. Und stürzen sich bald in ein gemeinsames Leben voller Liebe, Mut und Heiterkeit, voller Krisen, Süchte und Schicksalsschläge.

Feinfühlig und klug hat John von Düffel aus dem knapp 500-seitigen Roman eine Spielfassung erstellt; Alize Zandwijk hat sie am Theater Bremen auf die große Bühne gebracht. Darin bebildert Zandwijk ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Juni 2025
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Katrin Ullmann

Weitere Beiträge
Sehr intim und doch universell

Das ärmliche graue Haus, beleuchtet von einer trostlosen Straßenlaterne, an der ein Fahrrad lehnt, steht nicht in Westeuropa, auch nicht in Athen. Sondern in der osteuropäischen Provinz auf dem Balkan. Vor dem Haus steht eine alte Frau mit langem weißen Haar. Aus dem Haus hören wir die Schreie einer Geburt. Die wenigen Gegenstände in der dunklen Weite einer Bühne –...

Premieren im Juni

AACHEN, DAS DA THEATER
5. Sater, Sheik und Wedekind, Frühlings Erwachen
R. Tom Hirtz

AACHEN, GRENZLANDTHEATER
13. Coste, Nein zum Geld
R. Ingmar Otto

AACHEN, THEATER
13. Ensemble, Aber trotzdem … glücklich!
R. Katrin Eickholt

AALEN, THEATER
21. Hornby, State of the Union – eine Ehe in zehn Sitzungen
R. Tonio Kleinknecht

ALTENBURG/GERA, THEATER
8. Brecht, Der...

Transformative Utopie

Am Ende fällt dann alles buchstäblich aus dem Rahmen oder vielmehr vor den Rahmen. Einen solchen hat Nadja Sofie Eiler nämlich auf die große Bühne des neuen theaters in Halle gebaut und in ihn hinein eine große Küche mit freistehender Arbeitsfläche. Im Hintergrund ein paar Fenster, rechts steht der Kühlschrank, in der hinteren linken Ecke der Herd und vorne ein...