Schnitt und Gegenschnitt
Es ist eine Familiengeschichte und zuallererst eine Liebesgeschichte. Und zwar eine von epischem Format. «Nie wäre ich auf die Idee gekommen, über meine Eltern zu schreiben, wenn sie nicht das Leben von großen Romanfiguren geführt hätten», konstatiert der Bremer Autor David Safier, der dieses Leben schließlich aufgeschrieben hat. «So lange wir leben» heißt sein 2023 erschienener Roman, in dem sich allen Wahrscheinlichkeiten zum Trotz zwei typische Lebensläufe des 20.
Jahrhunderts kreuzen: der von Joschi, einem gebürtigen Wiener Juden, der die Verhaftung seines Vaters miterleben musste, vor den Nazis flüchtete, in Israel-Palästina ein neues Leben versuchte und schließlich zur See fuhr. Und der von Waltraut, Tochter eines Bremer Werftarbeiters, junge Witwe mit Kind und kaum Geld. Anfang der 1960er Jahre begegnen sich die beiden in einer Bremer Eis -diele. Und stürzen sich bald in ein gemeinsames Leben voller Liebe, Mut und Heiterkeit, voller Krisen, Süchte und Schicksalsschläge.
Feinfühlig und klug hat John von Düffel aus dem knapp 500-seitigen Roman eine Spielfassung erstellt; Alize Zandwijk hat sie am Theater Bremen auf die große Bühne gebracht. Darin bebildert Zandwijk ...
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Theater heute Juni 2025
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Katrin Ullmann
Theater heute Franziska Werner, nach Dietmar N. Schmidt, dem Gründer des Impulse Theaterfestivals, nach Tom Stromberg und Matthias von Hartz, Florian Malzacher und Haiko Pfost sind Sie die neue künstlerische Leiterin der Impulse in NRW. Zum Warmwerden die Rundumschlagfrage: Sie haben in den letzten Monaten extrem viele freie Produktionen gesichtet. Wie steht es um...
Arbeitet euch nicht an Wagner ab», schreibt Caren Jeß in ihrem Stück «Die Walküren», «arbeitet euch an eurer Rezeption ab.» Okay, wird gemacht. Ein besonders interessantes Beispiel für die Irrwege der Richard-Wagner-Rezeption ist die «Gruppe Wagner», ein privates Militär- und Sicherheitsunternehmen, das 2014 von den russischen Unternehmern Jewgeni Prigoschin und...
Was ist das denn? Keine Personenangabe. Keine Orts- und Zeitangabe. Stattdessen eine 4-Spalten-Tabelle mit Nummerierungen von 1 bis 241 – und das gleich zwei Mal: Eben «2×241 Titel doppelt so gut wie Martin Kippenberger» von der Frankfurter Hauptschule. Und zwei Regieanweisungen: «Gesprochen» steht über der einen Spalte, «Projiziert» über der anderen.
Ein paar...
