Geteilte Welten
Ein bisschen sieht es aus, als wäre ein Ufo mitten in der Stadt gelandet oder zumindest eine außerirdische Hüpfburg, die auch noch entfernte Ähnlichkeit mit dem Guggenheim-Museum in New York hat. Der aufblasbare Safe Space, den das Wiener Performance-Kollektiv God’s Entertainment anlässlich der 15. Ausgabe des Münchner Spielart-Festivals mitten auf den Max-Joseph-Platz vor Oper und Residenztheater aufgeschlagen hat, ist ein einladendes Irritationsmoment.
In Inneren des «GGGNHM» kann man im Rahmen des Projekts «Deutschkurs – Goethe in 15 Tagen» an Begegnungen und Veranstaltungen zu Migration und Asylpolitik teilnehmen, ein paar Kreuzstiche auf der überdimensionierten «weißen Weste» sticken, die so riesig ist, dass sie nie fertig werden wird, oder im klassisch gelb-schwarzen «Dulden» blättern: ein Wörterbuch ganz anderer Art, das keine Rechtschreibregeln aufstellt, sondern (Rechts-)Sprache als Mittel der Macht analysiert und infrage stellt und dabei noch viele individuelle Geschichten von Flucht und den Hürden des Ankommens im deutschen Behördendschungel erzählt. Gesammelt haben sie die Artivisten von God’s Entertainment vor Ort bei einer Schreibwerkstatt in Zusammenarbeit mit dem ...
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Theater heute Januar 2024
Rubrik: Festival, Seite 50
von Silvia Stammen
Sophie Blomen, Vera Moré und Max Reiniger ist der studentische Hildesheimer Uni-Hintergrund durchaus noch anzumerken. Eine 60-Minuten-Performance aus einem Popsong, dem eigenen Fan-Sein abzuleiten, erinnert an eigene Unizeiten, in denen sich theoretische Überschüsse besonders hübsch an popkulturellen Phänomenen brechen ließen. Was damals die selfempowerte...
«Die Sprache ist eine Haut: ich reibe meine Sprache an einer anderen. So als hätte ich Worte anstelle von Fingern oder Finger an den Enden meiner Worte.»
Roland Barthes in «Fragmente einer Sprache der Liebe»
Ich danke Enrico Ippolito, Selen Kara, Sasha Salzmann & Hengameh Yaghoobifarah für ihre kritischen Augen und offenen Herzen.
Figuren
Theaterdirektorin
...
Über mehrere Leinwände flimmern Bilder von Kriegen, Umweltkatastrophen und berühmten Leuten. Sie sind so omnipräsent, dass das Theater daneben bedeutungslos erscheint, so die Diagnose von Leander Haußmann und Ensemble in «Läuft!». Die Inszenierung ist laut Ankündigung eine Stückentwicklung, in der sich Regisseur und Darsteller:innen gemeinsam auf die Suche nach dem...
