Queeres Gefühl
Sophie Blomen, Vera Moré und Max Reiniger ist der studentische Hildesheimer Uni-Hintergrund durchaus noch anzumerken. Eine 60-Minuten-Performance aus einem Popsong, dem eigenen Fan-Sein abzuleiten, erinnert an eigene Unizeiten, in denen sich theoretische Überschüsse besonders hübsch an popkulturellen Phänomenen brechen ließen. Was damals die selfempowerte Formwandlerin Madonna war, der mit Judith Butler zu Leibe gerückt wurde, ist heute der französische Transsänger Chris von Christine and the Queens aka Redcar.
Geboren als Heloise Letissier ging Chris 2010 nach London und freundete sich mit einer Gruppe Dragqueens an, die ihn zum Singen überredeten. Mittlerweile hat Chris mehrere Alben veröffentlicht und sein Pronomen gewechselt, nicht aber seine immer noch weiblich gelesene und gehörte Stimme.
«If you disappear, then I’m disappearing, too», diese Zeilen aus dem Song «People, I’ve been sad» stehen auf drei großen weißen Stoffbahnen, die kreuz und quer auf der Bühne des Berliner Ballhaus Ost hängen. Fünf Coverversionen will das Kollektiv aufführen, um sich auf unterschiedliche Weisen dem titelgebenden Affekt zu nähern, und dabei den Raum vermessen, der sich zwischen ...
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Theater heute Januar 2024
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Eva Behrendt
20.1./SAMSTAG
21.55, 3sat: The Seven Sins: Gauthier Dance
Mitschnitt aus dem Theaterhaus Stuttgart im November 2022 Neid, Habsucht, Völlerei, Zorn, Wollust, Trägheit, Hochmut: Sieben Vergehen sind es, die im Katechismus als die nicht zu vergebenden Sünden gelten. Eric Gauthier ließ sie auf sieben verschiedene Arten tanzen, porträtiert von sieben verschiedenen...
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