«Gestreamtes Theater funktioniert für mich nicht»
Falk Schreiber Mitte März habe ich mich sehr auf die Premiere von Studio Brauns «Coolhaze» am Hamburger Schauspielhaus gefreut. Aber am 13. März kam die Meldung, dass die Premiere ausfallen, das Schauspielhaus die restliche Spielzeit wegen Corona für beendet erklären würde. Charly Hübner, Sie hätten in «Coolhaze» gespielt. Wie haben Sie das wahrgenommen?
Charly Hübner Uns wurde bei vollem Lauf in die Beine getreten.
Einerseits war und ist ja die große Frage: Wie geht man mit so einem Virus um? Das andere ist: Wir waren kurz vor der Premiere, das hängt noch total im Raum. Und ich lasse das jetzt einfach hängen, wie eine Jacke, die an einer falschen Stelle hängt. Und hoffe, dass wir die irgendwann wieder runternehmen und weitermachen.
FS Und Sie, Lina Beckmann?
Lina Beckmann Es gab so Gerüchte. Wir haben mit Viktor Bodo «Das Schloss» geprobt, und da hieß es auf einmal: Berlin hat zugemacht! Und dann Wien. Und dann München. Und dann sagten Kollegen: Passt auf, in vier Tagen machen wir auch zu! Da passierte was ganz Einschneidendes, und man konnte nichts dagegen tun. Ich war auch ängstlich, weil ich dachte: Verlieren wir jetzt gleich unsere Jobs? Machen wir für immer zu? Die ...
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Theater heute Dezember 2020
Rubrik: Szene Corona, Seite 28
von Falk Schreiber
Eine kurze, aber entscheidende Zeit ihrer Kindheit und Jugend verbringt Mely Kiyak in einem Bergdorf in der Türkei, wo sich ihre «verliebte Cousine» verloben will. Da es sich um keine arrangierte, sondern eine Beziehung «gegen den ausdrücklichen Wunsch ihrer Familie» handelt, trifft die Cousine sich schon vorher heimlich mit dem Auserwählten und berichtet den Wache...
Am Anfang ist das Wort. Nicht das der Befragerin, Dorte Lena Eilers, sondern das der Befragten: Valery Tscheplanowa. Sie spricht, in fünf Gedichten, die tief blicken lassen in eine eigenständige, zerrissene Seele: «Und Wache halt ich / Adler Echo, über Dich / Der Du den Aufbruch wagst ins Eigne».
Es folgt ein langes Gespräch, das auf 130 Seiten immer weiter...
Dass der prominente englische Dramatiker und Drehbuchautor Lee Hall («The Pitmen Painters», «Billy Elliot») als Autor des Stücks «Network» firmiert, mutet seltsam an. Hall hat Sidney Lumets Film aus dem Jahr 1976 bloß für die Bühne adaptiert, ohne am Oscar-prämierten Drehbuch von Paddy Chayefsky groß etwas zu ändern. Zumindest in unseren Breiten wäre das ein Fall...
