Gesetzliche Erinnerungslücke
Franz Wille Die Künstlersozialkasse (KSK) bedroht nach den neuesten Entscheidungen akut die Existenz eines großen Teils der Theaterverlage, die junge, lebende Autoren vertreten. Um das zu verstehen, muss man allerdings wissen, wovon Theaterverlage leben und wie die KSK funktioniert.
Marion Victor Wir verlegen als Theaterverlag Theaterstücke, also keine Prosa, keine Lyrik und sind also auch kein Buchverlag.
Anders als im Buchverlag sind hier die Lektoren gleichzeitig die Vertriebsleute; wir betreuen die Autoren bei der Arbeit an ihren Stücken und wir vermitteln zwischen Dramatikern und Bühnen und sorgen dafür, dass die Stücke unserer Autoren aufgeführt werden. Wir handeln mit Aufführungsrechten zeitgenössischer Schriftsteller, genauer: Autoren, die noch nicht länger als 70 Jahre tot sind.
FW Dafür erhalten Sie die Aufführungstantiemen...
Victor ... diese Urheber-Abgabe liegt zwischen 13 und 17 Prozent der Kasseneinnahme der Theater, je nach Höhe des künstlerischen Etats; bei kleineren Studiobühnen vereinbaren wir eine Mindestpauschale.
FW Und wie viel bekommt der Autor davon?
Bernd Schmidt Von den 100 Prozent Urheber-Abgabe, die beim Verlag ankommen, behält der Verlag in der ...
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Es ist schon ein Kreuz mit der Kunst und dem Kapitalismus. Eine echte Liebesbeziehung im Stil feudalistischen Mäzenatentums will sich da partout nicht einstellen, zumindest nicht, wenn keine krisenfesten Sammlerwerte in Aussicht stehen. Stattdessen gefährdet die schnöde Profitgier die letzten Refugien von Poesie, wo geschriebene Worte und komponierte Töne noch frei...
Die multikulturelle Gesellschaft sei gescheitert, tönt es seit der Ermordung des niederländischen Filmemachers Theo van Gogh durch einen islamistischen Extremisten mit triumphalem Unterton aus konservativen Politikerreden und Zeitungskommentaren. Gemeint ist mit «Multikulti», wie man das Phänomen in genüsslich spöttischer Abkürzung gerne zu nennen pflegt, eine...
Ein Stück über Handys und den ganzen Quatsch, den man für sie produzieren kann, das muss ja aus Finnland kommen. Schließlich hat dort Nokia quasi im Alleingang für einen Wirtschaftsboom gesorgt, und die Omnipräsenz der «mobiles» sorgte schon bei der Expo in Hannover dafür, dass man im finnischen Pavillon von einem Chor fiepsender Handys begrüßt wurde. Der «Mobile...
