Ach, Freunde: Wir wollen doch nur euer Geld
Wird Basel Provinz?», fragte das städtische Theater jüngst in einer Podiumsrunde. Und wer die Basler kennt, ihren Stolz auf die ortsansässigen Global Players aus der Pharma- und Kulturindustrie, ihren inneren Drang nach Weltoffenheit, der eine Mischung ist aus Sehnsucht und Selbstdarstellung – der kann sich vorstellen, dass sie keine Antwort auf diese Frage mehr fürchten als ein lässiges Kopfnicken. Einer breiten Bildungsschicht ist es keineswegs gleichgültig, wie es um das geistige Klima der Stadt bestellt ist.
Wittert die Intelligenzia vom Rheinknie Qualitätsverfall, erwacht die Streitlust. Das bekommt zurzeit die «Basler Zeitung» zu spüren. Eine seltene Allianz aus linksalternativen und liberalbürgerlichen Kulturzirkeln läuft Sturm gegen eine radikale Blattreform, welche die regionale Tageszeitung vor kurzem ereilte. Ausgerechnet der BaZ, die sich stets selbst als «Regionalzeitung von Weltformat» rühmen durfte, wird nun vorgeworfen, mit der Provinzialisierung auch ihr Format zu verlieren.
Stein des Anstoßes ist die Art, wie die Zeitung unter ihrem neuen Chefredakteur Ivo Bachmann Kulturjournalismus macht. Das klassische Feuilleton und das Essay-betonte Wochenendmagazin wurden ...
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Diesen Herbst herrschte in London eine relative New-Writing-Flaute. Außer einer Überraschung kaum ein well written well-written-play in Sicht. Um dem legendär schlechten englischen Wetter gen Jahresende zu entkommen, bot das Londoner Theater stattdessen relativ exotische Ausflugsziele an: die Berge von Theben, eine gute Stube im revolutionären Russland, einen...
Eine Schlagzeile in der Münchner Abendzeitung vom 7. Dezember 2004: «Straßen-Terror von maskierten Jugendlichen. 3 Frauen überfallen – eine verliert ihr Baby». Schauplatz ist, man hat es fast schon geahnt, das Hasenbergl, berüchtigter sozialer Brennpunkt im Münchner Norden. Am nächsten Tag sind die Täter gefasst: sieben Jugendliche im Alter von 13 bis 18 Jahren,...
Der Regisseur Michael Simon hat sich einen Namen gemacht als Maître de Plaisir des Theaters. Er begnügt sich nicht mit den herkömmlichen Guckkastenkonventionen – das werte Publikum soll schon etwas mehr Anteil nehmen am Geschehen, auch physischen; gern wird es auf die Bühne gebeten, um den Schweiß der Schauspieler zu riechen und hautnah strömen zu sehen, es soll...
