Ach, Freunde: Wir wollen doch nur euer Geld
Wird Basel Provinz?», fragte das städtische Theater jüngst in einer Podiumsrunde. Und wer die Basler kennt, ihren Stolz auf die ortsansässigen Global Players aus der Pharma- und Kulturindustrie, ihren inneren Drang nach Weltoffenheit, der eine Mischung ist aus Sehnsucht und Selbstdarstellung – der kann sich vorstellen, dass sie keine Antwort auf diese Frage mehr fürchten als ein lässiges Kopfnicken. Einer breiten Bildungsschicht ist es keineswegs gleichgültig, wie es um das geistige Klima der Stadt bestellt ist.
Wittert die Intelligenzia vom Rheinknie Qualitätsverfall, erwacht die Streitlust. Das bekommt zurzeit die «Basler Zeitung» zu spüren. Eine seltene Allianz aus linksalternativen und liberalbürgerlichen Kulturzirkeln läuft Sturm gegen eine radikale Blattreform, welche die regionale Tageszeitung vor kurzem ereilte. Ausgerechnet der BaZ, die sich stets selbst als «Regionalzeitung von Weltformat» rühmen durfte, wird nun vorgeworfen, mit der Provinzialisierung auch ihr Format zu verlieren.
Stein des Anstoßes ist die Art, wie die Zeitung unter ihrem neuen Chefredakteur Ivo Bachmann Kulturjournalismus macht. Das klassische Feuilleton und das Essay-betonte Wochenendmagazin wurden ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Was für eine Stadt! Gegen 23 Uhr arbeitet sich die Berichterstatterin einsam, Pfeifen hilft, am Parkrand entlang zum nicht minder leeren Boulevard, der eine Art Zentrum markiert. Beate Uhse und Rossmann flimmern verlassen vor sich hin, letzte Kunden drängeln am Tresen von McDonald’s. Vom stillen Hotel aus der Blick auf den stillen Opernplatz – kein Mensch, kein...
Manche Menschen haben eine merkwürdige Vorstellung von Samaritertum. Ein Frau, der sowohl Mann wie Liebhaber im World Trade Center verstorben sind, fährt danach wahllos Menschen an, damit sie das Leben wieder schätzen lernen. Dagegen fällt der streunende Dichter, der streitende Paare und einsame Trinker mit Penetranz nötigt, sich von ihm ein Trostpoem verfassen zu...
Nehmen wir mal Jennifer Lopez: Die macht so semi-okaye Musik und total schlechte Filme. Oder Madonna: genialgöttliche Musik und pervers schlechte Filme. Aber weil Jennifer Lopez und Madonna im Popgeschäft zu Hause sind und dieses von respektlosen und überhaupt nicht masochistisch veranlagten jungen Menschen bestimmt wird, geht sich auch fast niemand ihre Filme...
