Gequetschte Körper
Ungefähr zur Pause ist dann die Luft raus. Aus der mittelgroßen Hüpfburg, die einen Gutteil der Bühne im Kleinen Haus des Bremer Theaters einnimmt und nach 90 Minuten leise zischend in sich zusammensackt. Aber auch aus Anne Sophie Domenz’ Uraufführung von Thomas Melles «3000 Euro», die bis zu diesem Punkt einen ganz eigenen Blick auf die Vorlage hat und dann ein wenig den Fokus verliert.
Melles Roman wird aktuell mehrfach für die Bühne adaptiert, aus nachvollziehbaren Gründen: «3000 Euro» verbindet eine hoffnungslose und entsprechend berührende Liebesgeschichte mit genauer Beobachtung sozialer Verwerfungen und einer grundsätzlich theaterspezifischen Analyse des voyeuristischen Blicks. Der in die Obdachlosigkeit abgerutschte Ex-Student Anton, dem rund 3000 Euro fehlen, um wieder halbwegs Fuß zu fassen, und die Supermarktverkäuferin Denise, die in einem Amateurporno mitspielt, um sich und ihrer Tochter eine New-York-Reise zu finanzieren, und die für besagten Pornodreh exakt 3000 Euro in Aussicht gestellt bekommt – das ist eine unwahrscheinliche, aber berührende Kopplung, und, ja, der Kampf der Figuren darum, die aufkeimende Liebe nicht durch den im Raum stehenden Geldbetrag ...
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Theater heute Juli 2015
Rubrik: Chronik, Seite 53
von Falk Schreiber
Als neugierig lauernde Kollegen, Nachbarinnen und Passanten, als geisterhafter Sichtschutz fürs Bettgeflüster im Schwarzlicht, als Insignien für Berufs- und Kontostand – die Kostüme spielen die Hauptrolle in Anne Lenks Inszenierung von «Kleiner Mann – was nun?» am Theater Augsburg. Gut 120 Anzüge, Blümchenkleider, Kittel, Uniformen und Mäntel lässt Bühnen- und...
Aalen, Theater der Stadt
2. Schiller, Der Parasit
R. Robert Teufel (Freilichttheater)
18. nach Saint-Exupéry, Der kleine Prinz
R. Ann-Kristin Ebert
23. nach Teller, Nichts
R. Julius Ferstl
Berlin, Komödie
19. Heinersdorff, Der Kurschattenmann
R. Horst Johanning
Bremen, Shakespeare Company
19. Mak/Goos, Fully Female
R. Sabina J. Mak/Annika Goos
Coburg, Landestheater
4....
Man sollte mal wieder Hannah Arendt lesen. Danke, Programmheft des Hamburger Schauspielhauses. In dem stehen zur Begleitung von Karin Henkels Dostojewski-Inszenierung «Schuld und Sühne» Auszüge aus einer Vorlesung, die sie 1965 in New York hielt: über die Notwendigkeit des Selbstgesprächs zur Konstituierung als Person. Nur wer mit dem Anderen in sich selbst...
