Genderzukunft: Mehr Transparenz!
Der arme Michael hatte ja kürzlich gemeinsam mit dem Ingo Premiere an Urvater Olivers Theaterstätte. Ein Klassiker von William über einen schwarz angemalten Mann, der aus Wut darüber, dass er ein Taschentuch findet, seine schöne, jüngere Frau ermordet», lästern Anne Haug und Melanie Schmidli (Projekt Schooriil) in ihrer Theater-Miniatur «Let the Fame Grow». «Früher hätte ganz Berlin alles stehen und liegen gelassen», doch heute, in diesen «kalten, gegenderten Zeiten» schrieben selbst große Zeitungen, der Michael müsse sich endlich neu erfinden.
Wie «der Sebastian» zum Beispiel, der am Maxim Gorki Theater alles «seriell richtig» mache: nämlich «Stücke nur noch mit Frauen». – «Fakt ist, es kommen zwei lange, harte und kalte Jahre» auf das Theatertreffen und die dazugehörige Jury zu. Letztere werde allerhand Kindertheater in der tiefsten deutschen Provinz sichten müssen, um ausreichend bemerkenswertes «weibliches Führungsgold» zu Tage zu fördern.
Strategische Synergieeffekte
Dieser satirische Umgang mit der Tatsache, dass «Menschen mit Menstruationshintergrund» nur unzureichend an den Ressourcen und der Gestaltungsmacht in der deutschen Theaterlandschaft partizipieren, blieb bei ...
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Theater heute Juli 2019
Rubrik: Magazin, Seite 67
von Anja Quickert
Einen einhelligen Abräumer gab es nicht bei der 15. und mit 14 eingeladenen Produktionen bislang umfangreichsten Ausgabe des Junge-Regie-Festivals «Radikal jung» am Münchner Volkstheater. Dafür eine breite Spanne mehr oder weniger kluger, tiefgründiger, fieser, witziger und überschwänglicher Selbstverortungsversuche – wobei weniger die opulenten...
SZENE 1 – Niels Monolog
Niels Hallo, guten Abend, mein Name ist Niels Bormann.
Ich möchte mich ganz kurz vorab entschuldigen, dass hier heute ein Stück mit Israelis, Palästinensern und Deutschen stattfindet, das wir schon vor 10 Jahren gemacht haben. Das ist nicht schön. Das tut mir wirklich leid!
Damals an der Schaubühne habe ich damit angefangen, dass ich mich für...
Franz Wille Eigentlich wollten wir «Third Generation – Next Generation» schon direkt nach der Premiere im Maiheft abdrucken, aber dann gab es Probleme. Welche Probleme waren das?
Yael Ronen Gleich nach der Premiere war alles noch sehr frisch, und bevor wir den Text in eine größere Öffentlichkeit bringen, wollte ich sichergehen, dass wirklich alle Beteiligten mit...
