Gendercrossing
Wie schafft es einer, der betrügt, mordet, vergewaltigt und sich skrupellos bereichert, straffrei auszugehen, weil ihm kein einziges Verbrechen nachgewiesen werden kann? Klar, er hegt freundschaftliche Beziehungen zum obersten Polizeichef. Weswegen Macheath alias Mackie Messer, der am Galgen enden soll, gerade noch von der Queen höchstpersönlich begnadigt wird. Ein Prolet würde so etwas nicht schaffen. Er muss schon gewisse Verhaltensregeln und Umgangsformen beherrschen, vor allem Charisma besitzen, auf den ersten Blick sympathisch wirken.
Das sagt man unzähligen berühmt gewordenen Hochstaplern und Betrügern wie Hendrik Holt (verurteilter Windparkbetrüger) oder Jan Marsalek (flüch -tiges Ex-Wirecard-Vorstandsmitglied) nach. Sie bezirzen, wickeln ein, sehen gut, zumindest nett aus. Nein, Mackie Messer, Boss einer zwielichtigen Verbrecherbande, der sowohl im Rotlichtmilieu als auch in der Highsociety ein und aus geht, ist kein Proll.
Parodie der Parodie
In Mannheim hat jetzt Christian Weise Brechts und Weills «Dreigroschenoper» inszeniert. Den Mackie spielt Annemarie Brüntjen: charismatisch, schön, geschmeidig-elegant, mit Menjou-Bärtchen. Mackie Messer ist gleichzeitig auch der ...
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Theater heute Oktober 2024
Rubrik: Aufführungen, Seite 20
von Verena Großkreutz
BERLIN, GEORG KOLBE MUSEUM
bis 16.3.25, Ich weiß, dass ich mich verdoppeln kann. Gisèle Vienne und die Puppen der Avantgarde
Präsentation der zeitgenössischen Arbeiten der österreichisch-französischen Künstlerin, Choreografin und Regisseurin Gisèle Vienne im Kontext historischer Werke von Künstlerinnen der europäischen Avantgarde mit Blick auf die vielseitige...
Dieses Grandhotel hat schon bessere Tage gesehen. Ohnehin erinnert es mit Schwingtüren und Holzvertäfelung eher an einen Westernsalon als an ein Hotel der gehobenen Art. Aber man muss zugeben: Die Lage ist wirklich einzigartig. Mitten im See gelegen, zu erreichen nur per Boot und über einen geschwungenen Metallleiter-Steg. Aber trotzdem: Irgendetwas ist merkwürdig.
...Also! Wir gehen? – Gehen wir!» Sie gehen nicht von der Stelle. So endet Samuel Becketts «Warten auf Godot». Sie sind doch gegangen in Bochum, in Ulrich Rasches Inszenierung, und wie! Fast vier Stunden lang schleichen Vladimir und Estragon auf den unmerklich die Richtung wechselnden Drehscheiben dahin. Ja, sie kommen nicht von der Stelle. Und dass sie dennoch gehen,...
