Gendercrossing

Am Nationaltheater Mannheim endet die Spielzeit mit «Orlando» nach Virginia Woolf und die neue beginnt mit Brecht/Weills «Die Dreigroschenoper»

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Wie schafft es einer, der betrügt, mordet, vergewaltigt und sich skrupellos bereichert, straffrei auszugehen, weil ihm kein einziges Verbrechen nachgewiesen werden kann? Klar, er hegt freundschaftliche Beziehungen zum obersten Polizeichef. Weswegen Macheath alias Mackie Messer, der am Galgen enden soll, gerade noch von der Queen höchstpersönlich begnadigt wird. Ein Prolet würde so etwas nicht schaffen. Er muss schon gewisse Verhaltensregeln und Umgangsformen beherrschen, vor allem Charisma besitzen, auf den ersten Blick sympathisch wirken.

Das sagt man unzähligen berühmt gewordenen Hochstaplern und Betrügern wie Hendrik Holt (verurteilter Windparkbetrüger) oder Jan Marsalek (flüch -tiges Ex-Wirecard-Vorstandsmitglied) nach. Sie bezirzen, wickeln ein, sehen gut, zumindest nett aus. Nein, Mackie Messer, Boss einer zwielichtigen Verbrecherbande, der sowohl im Rotlichtmilieu als auch in der Highsociety ein und aus geht, ist kein Proll.

Parodie der Parodie
In Mannheim hat jetzt Christian Weise Brechts und Weills «Dreigroschenoper» inszeniert. Den Mackie spielt Annemarie Brüntjen: charismatisch, schön, geschmeidig-elegant, mit Menjou-Bärtchen. Mackie Messer ist gleichzeitig auch der ...

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Theater heute Oktober 2024
Rubrik: Aufführungen, Seite 20
von Verena Großkreutz

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