Gemeinschaft und Individualität
Die Existenz verschiedener Religionen, Ideologien und Ethnien an ein und demselben Ort deutet auf zweierlei hin: nämlich entweder darauf, dass es einen Bürgerkrieg geben wird, oder darauf, dass dieser Ort gedeihen wird. Im Jahr 2015 sind 1.300.000 Menschen nach Deutschland gekommen. 40 Prozent der Bevölkerung haben vielfältige Hintergründe und Ethnien. 200.000 Menschen kommen jährlich nach Deutschland.
Solche Zahlen und Statistiken üben allem Anschein nach Einfluss auf die Welt der Literatur, der Lyrik und des Theaters aus; ihre Existenz als geschriebene Buchstaben an sich verleiht dem Stoff mehr Glaubwürdigkeit und ein Gefühl der Stabilität und Massivität. Kultur ist Moral, und die Moral wiederum ist die Krönung der Erkenntnis. Wir müssen wissen, wer wir sind – wir, die wir heute an einer Heimat teilhaben, welche ehemals anderen Menschengruppen gehörte, die uns in Beschreibungen ähneln, an einem kollektiven Gedächtnis, das mit Nachrichten, Büchern, Geschichtsstunden und Museen überhäuft ist. Nur mit dem Gemeinsamen können wir beginnen. Die Differenzen helfen uns, einzigartig und außergewöhnlich zu bleiben, zu verstehen, wer wir sind und warum wir jetzt hier sind.
Weder ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Jahrbuch 2018
Rubrik: Die Heimatfrage (2), Seite 74
von Ayham Madji Agha
B
Mike Bartlett
Love Love Love (Bremer Shakespeare Company)
Wild (Theater Potsdam)
Annie Baker
The Aliens (Staatstheater Kassel)
Richard Bean
Utopia (Turbine Theater)
Jon Brittain
Rotterdam (Rabenhof Theater Wien)
Sarah Burgess
Dry Powder (Landestheater Salzburg)
C
Olivier Choinière
Die Domäne (Theater Regensburg)
Tim Crouch
An Oak Tree (Die Eiche) (Schauspiel Frankfurt)
D
Mike...
«Das Grundgesetz ist verbindlicher und präziser als jeder denkbare Begriff einer Leitkultur. Zugleich deutet sich darin keine Hierarchie der Menschen an, sondern allenfalls der Werte und Handlungen. Vor dem Grundgesetz sind alle gleich, in einer Leitkultur nicht.»
Dies ist ein Kommentar Navid Kermanis zur Debatte über «Leitkultur» aus dem Jahr 2017. Die...
Herausgeber
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
Redaktion
Eva Behrendt
Barbara Burckhardt
Franz Wille (V.i.S.d.P.)
Redaktionsbüro
Martin Kraemer
Gestaltung
Christian Henjes
Designkonzept
Ludwig Wendt Art Direction
Redaktionsanschrift
Nestorstr. 8–9, 10709 Berlin,
Telefon 030/25 44 95 10, Fax 030/25 44 95 12
E-Mail: redaktion@theaterheute.de
www.der-theaterverlag.de/the...
