Identitätskrise als Chance
Wer einen Zusammenhang zwischen Rasse, Religion und Identität knüpft, irrt. Jemandem, der das tut, geht es um Macht und nicht um Identität oder Heimat. Wer hat sie?! Wer will sie?! Wer verliert sie?! Wer hat keine?! Wie jüngst die CSU, die das Kreuz als Teil ihrer Identität versteht und dieses anderen verordnet. Jeder, der in Bayern in ein öffentliches Gebäude geht, muss an dem Kreuz vorbei. Die CSU verordnet das Kreuz allen Menschen und hat nicht verstanden, wofür der Mensch, der daran hing, sich hat nageln lassen.
Für Nächstenliebe, für Erbarmen, für Empathie, fürs Zusammenstehen ... Gegen Spaltung. Es ist ein klarer Fall von Machtmissbrauch, was die CSU da tut …
Lange war ich selbst auf einem Irrweg. Ich habe wie ein Gärtner nach meinen Wurzeln gesucht und mich nicht so sehr mit der Zukunft auseinandergesetzt. Bis ich bemerkt habe, dass es mir eigentlich an einem Narrativ fehlt, das mich an die Gesellschaft und an die Gegenwart binden könnte. Losgelöst von ethnischen und religiösen Fragen, die nicht zwangsläufig Teil meiner Identität sein müssen. Mich fing folgende Frage an zu beschäftigen: Wie können wir uns in einer Gesellschaft zueinander verhalten?! Wie können wir den ...
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Theater heute Jahrbuch 2018
Rubrik: Die Heimatfrage (1), Seite 22
von Nuran David Calis
Die voraussehbaren Veränderungen in den ethnischen, politischen und ökonomischen Strukturen der deutschen Gesellschaft führen zu der Frage, in welcher Form Kunst und Kultur diese Ausdifferenzierungen widerspiegeln kann. Wird die deutsche Kultur weiterhin dominiert sein von der weißen ethnischen Mehrheit? Und wird der deutsche Kanon weiterhin überwiegend aus Autoren...
A
Nora Abdel-Maksoud
The Sequel (Maxim Gorki Theater Berlin)
FlediMan und die Jungs von der Zeche (Theater Oberhausen)
Sulayman Al Bassam
Ur (Residenztheater München)
Ibrahim Amir
Rojava (Volkstheater Wien)
Helwig Arenz
Caligula und das Mädchen auf der Treppe (Gostner Hoftheater Nürnberg)
Nicole Armbruster
Zur Hölle mit den anderen (Theater Aachen)
Thomas Arzt
Die...
Deutschland muss weniger deutsch werden. Das ist ein harter Satz. Vor allem, wenn er von einem Niederländer kommt. Ich meine das aber nicht arrogant. Ich meine das eher verführerisch.
Denn ich beobachte zwei Dinge. Heimat und Identität haben viel mit Sprache zu tun. Zum einen sind die Deutschen sehr tolerant, sie akzeptieren zum Beispiel, wenn ein Ausländer ein...
