Gehen, wenn’s am schönsten ist
Das «KunstenFESTIVAL des Arts» in Brüssel, das eigenwilligste und wichtigste Festival Europas, präsentiert in diesem Jahr drei Dutzend verschiedene Theater-, Tanz-, Performance- und Film-Produktionen, über die Hälfte davon sind Uraufführungen. Wie immer hat Frie Leysen, Gründerin und Leiterin des Festivals, jene Künstler aus Europa, Asien, Afrika, Nord- und Südamerika in die europäische Hauptstadt geladen, die sie am interessantesten findet, ohne sich dabei um Moden und gängige Trends zu kümmern. Und wie immer ist ihre radikal subjektive Auswahl so umstritten wie beflügelnd.
Einige waren schon mehrfach da, und die Zuschauer konnten ihre Entwicklung über einen langen Zeitraum verfolgen, andere sind echte Geheimtipps, die in Brüssel für Europa entdeckt werden. Im Laufe der Jahre hat sich ein waches, neugieriges Stammpublikum entwickelt, das der Auswahl vertraut und zu den unbekannten Namen genauso strömt wie zu den berühmten.
Freiwilliger Generationenwechsel
Das war nicht immer so. Als das Festival 1994 begann, damals noch biennal, rief der Anspruch, die flämische und die französische Gemeinde übers Internationale zusammenzubringen, mehr Misstrauen als Begeisterung hervor.
Schon ...
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Zwei Stücke zeitgleich am Londoner Royal Court fragen, welche psychologische (Spreng)-Kraft der Irakkrieg entwickelt in den Staaten, die ihre Kinder zum Kampf in die Wüste schicken. Wen sendet man aus, wen bekommt man zurück? Welche Verkantungen und Dunkelzonen saßen schon in den Soldatenköpfen, welche legt der Krieg frei?
Am Royal Court Downstairs schaut Simon...
Die Sprachschablonen sind schnell auf einen Nenner gebracht: «Ich habe mir in der Sache nichts vorzuwerfen, um aber Schaden von Amt oder Partei abzuwenden, sehe ich mich dazu gezwungen ...» Ob es um Schwarzgeldmillionen oder Bonusmeilen geht, um Einkaufswagenchips oder echt große Beträge – Rücktritte gehören wie Wahlkämpfe zu den durchinszenierten Manövern in der...
Ja, da muss man sich doch einfach hinlegen: Die Wiener Festwochen 2006 begannen mit einem kollektiven Bed-in. Die Bühne für Ivo van Hoves Theateradaption des John-Cassavetes-Films «Faces» von 1968 besteht aus einer Bettenlandschaft; das Publikum verfolgt die im Stück verhandelte Ehekrise aus der Horizontalen (s. TH 8-9/05). Die Inszenierung ist eine Koproduktion...
