Erfolg ist, wenn es trotzdem läuft

Erfolg ist, wenn es trotzdem läuft Matthias Hartmann pflegt in Zürich seine Feindbilder und sucht Konzept, Konsequenz und Engagement

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Nichts fühlt sich blöder an in einem Kritiker­leben, als wenn man gegen den Erfolg anschreibt. Dort entsetzt zu tun, wo viele andere entzückt sind. Quengeln, wenn die Quote stimmt. Man ist dann auf verlorenem Posten. Was soll man denn sagen, wenn einer in den ersten vier Monaten seiner Intendanz 23.000 Zuschauer mehr hatte als sein Vorgänger? Die Leute werden sagen: «Was habt ihr denn, jetzt habt ihr uns jahrelang gepredigt, dass man ins Theater gehen soll, und jetzt gehen wir endlich gerne, und dann ist es auch wieder nicht recht.

Vielleicht braucht ihr einfach alle eine Therapie!» Und der Erfolgs­intendant sagt: «Ich hab doch gleich gesagt, dass ideologisch ausgerichtetes Theater total zuschauer-, weil genussfeindlich ist, und dass der gepflegte Hedonismus hochleben soll. Und siehe da: Er lebt hoch, und ich hab die Zahlen auf meiner Seite. Was kämpft ihr auch so verbohrt gegen Windmühlen? Ich lehne mich lieber zurück, betrachte meinen Erfolg und habe mich sehr, sehr, sehr lieb.»
Matthias Hartmann, der gemeinte Erfolgsinten­dant, der Über-Achiever, der ab 2009 in Wien gewiss zu dieser erfolgsgepolsterten Burgherren-Nonchalance, zu diesem Mörtel-Lugner-Tum der Thea­terlandschaft ...

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Theater heute August/September 2006
Rubrik: Erste Runde, Seite 26
von Simone Meier

Vergriffen
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