Gegenkritik: Peter Kastenmüller
Peter Kastenmüller Da ist so ’ne Rubrik in «Theater heute» ... wenn man Prügel bekommen hat, melden die sich und sagen, hätten Sie mal Lust …
Ulrich Peltzer Du sollst was zu der Inszenierung von «Schwarz Gold Rot» sagen?
KastenmüllerMach ich natürlich nicht, aber ich hab gedacht, ich ruf mal an und red mit dir über Kritik.
Peltzer Klar.
Kastenmüller Liest du Kritiken?
Peltzer Ja, les ich.
Und es gibt Kritiker für Film, Literatur, Theater – es sind nicht viele –, auf deren Urteil ich Wert lege, weil die eine Inszenierung, einen Film oder ein Buch am eigenen Programm messen und nicht mit vorgefertigten Haltungen daran gehen. William Burroughs hat mal gesagt, viele Kritiker erinnerten ihn an Gastrokritiker, die in einem italienischen Lokal Nudeln essen und hinterher rumrufen, ich mag kein italienisches Essen.
Kastenmüller Ich versteh bei bestimmten Kritikern auch nicht, warum die sich eine Vorstellung überhaupt ansehen. Sie müssen es ja hassen. Ihr ganzer Körper, ihr ganzes Machen und Tun signalisiert von vornherein, ich bin gegen dieses Produkt. Aber sie kommen immer wieder. Ich überlege dann immer, soll ich aus Fürsorge bei denen vorher anrufen und sagen: Bitte nicht kommen?
Peltzer Es ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Zwei Männer auf Segeltörn, auf dem trunkenen Schiff: Der Eine und Der Andere. Wir vermuten, dass das nur zwei Namen sind für ein- und denselben, nämlich den Autor. Jon Fosse schreibt hier sein poetologisches Programm als Stück auf. Könnte man sagen. Ziemlich kurze Pause. Vielleicht auch nicht. Pause. Oder doch. Kurze Pause.
Nach diesem Abend fühlt man sich gleich...
Wie Burgtheaterkollege Peter Simonischek, der in Graz den Baumeister Solness spielt, gastiert nun auch Udo Samel in der österreichischen Theaterprovinz: In «König Lear», Peter Konwitschnys erster Schauspielinszenierung seit Jahrzehnten, spielt er die Titelrolle. Samel als Lear? Auf die Idee muss man erst einmal kommen. Der Schauspieler, der zuletzt hauptsächlich...
War es dies etwas verhaltene Mädchenlachen, ein Versprechen von welschem Charme? Oder ihre streng aufrechte Haltung, die von protestantischer Disziplin erzählte? Als Gilberte de Courgenay in Franz Schnyders gleichnamigem Debütfilm spielte sich Anne-Marie Blanc 1941, gerade 22 Jahre alt, in die Herzen eines schweizerischen Publikums, deutsch und welsch – und da...
