Fukuyamas Handtasche

Geht die deutsche Geschichte nur noch als Revue? Erkundungen im Historiendeutungstheater vom Armin Petras («Rummelplatz»), Peter Kastenmüller («Schwarz Gold Rot») und Volker Lösch («Wunde Dresden»)

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Was ist eigentlich aus dem «Ende der Geschichte» geworden? Dem amerikanischen Politikwissenschaftler Francis Fukuyama zufolge hat es bereits vor zwanzig Jahren stattgefunden, als sich der Weltgeist nach langem Ringen im Kalten Krieg schließlich für Kapitalismus und Demokratie entschied. Seither leben wir im Posthistoire – und haben vor allem Geschichte im Kopf.



Wenn dieses Jahr – 20 Jahre Mauerfall, 60 Jahre Bundesrepulik, 70 Jahre Kriegsbeginn – wieder auf allen Kanälen Geschichte erinnert, gelehrt und gedeutet wird, kann man sich damit trösten, dass das emotionale Nationbuilding der nicht mehr ganz frisch vereinigten Bundesrepub­lik eben auf Hochtouren läuft. Während bis 1989 beide deutschen Staaten ihre Identität aus dem antifaschistischen Widerstand gegen die Nazis (Ost) bezogen beziehungsweise dem Imperativ, dass Auschwitz sich nicht wiederholen darf (West), versuchen die Deutschen sich jetzt wieder in eine gemeinsame Erzählung zu integrieren. Und man­ches fliegt dabei einfach raus. So entsorgte Harald Schmidt beim Versuch, in einer Sendung von «Schmidt & Pocher» den fünften Band von Hans- Ulrich Wehlers «Deutsche Gesellschaftsgeschichte» in einer Playmobil-Kurzfassung ...

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Theater heute April 2009
Rubrik: Deutschland, Deine Mythen, Seite 12
von Eva Behrendt

Vergriffen
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