Achtung, Rollatoren-Rowdys!
Wo Löhle drauf steht, kann auch Loriot drin sein. Im neuen Stück des hochproduktiven Wahl-Berliners geht ein frischgebackener Rentner seiner Gattin mit seiner neuen Dauerpräsenz gehörig auf die Nerven, was zu folgendem Dialog führt: «Was machst du da?» «Ich? Nix. Wieso?» «Ist dir langweilig?» «Wie kommst du darauf?» «Schau dir mal zu.» «Ich lümmle.» «Du lümmelst.» «Ja.» «Also ist dir doch langweilig.» Wer da nicht sofort Evelyn Hamann selig und Vicco von Bülow vor Augen hat, muss «Pappa ante portas» verpasst haben.
Beziehungsweise zu der Minderheit gehören, die weder Rentner ist noch verrentete Eltern hat. Denn Filmklassiker hin, Klischee her – solche Dialoge existieren nun mal, und schon deshalb kann man sie kaum anders schreiben als Loriot. Zumal, wenn man wie Löhle von deprimierenden Sozialstudien so weit entfernt ist wie Herbert Grönemeyer von Death Metal und dann auch noch ein Auftragswerk für das Theater Baden-Baden schreibt. In der Kurstadt an der Oos ist Löhle aufgewachsen, am dortigen Theater hat er nach dem Studium zwei Jahre als Regieassistent gearbeitet. Sein Angebot einer klaren Geschichte mit hohem Unterhaltungs- und Wiedererkennungsfaktor wird von der Inszenierung von ...
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