Gegenkritik: Nicolas Stemann

Nicolas Stemann sorgt sich sehr um die Theaterkritik – und schreibt deshalb eine Für-Kritik

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Der Theaterkritik geht es nicht wirklich gut. Das tut mir leid. Vielleicht ist sie überarbeitet? Oder überfordert? Bin ich vielleicht daran schuld? Vielleicht sollten wir sie ein wenig in Ruhe lassen, damit sie wieder zu sich kommt. Legen Sie also ganz behutsam dieses Heft weg. Weit weg. Lesen Sie nicht mehr weiter. Wenn Sie ein Abo haben, sollten Sie es vielleicht besser kündigen.

Ich sehe, Sie ignorieren meine Warnungen und lesen dennoch weiter.

Also gut, noch diese eine Seite, aber dann ist Schluss, okay?

Meine Wiener Inszenierung «Die Brüder Karamasow» ist übrigens hymnisch bejubelt worden von der Theaterkritik. Das stimmt! Meine Wiener Inszenierung «Die Brüder Karamasow» ist von der Theaterkritik auch hämisch verrissen worden. So ist es immer. Egal, was ich inszeniere, ganz gleich ob es ein Highlight der Theatergeschichte ist oder eine kleine Fingerübung: Die Theaterkritik ist immer total verwirrt. Auch im Fall von Dostojewskis «Die Brüder Karamasow».

«Ungewohnt ernsthaft» fand die Wiener Zeitung mit einigem Recht den Abend, und auch Theater heute befindet im Einsteinschen Duktus: «Stemann ironisiert nicht». Die NZZ dagegen bescheinigt eine «gepflegte ironische Distanz», ...

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Theater heute Februar 2008
Rubrik: Magazin, Seite 63
von Nicolas Stemann

Vergriffen
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