Gegenkritik: Nicolas Stemann
Der Theaterkritik geht es nicht wirklich gut. Das tut mir leid. Vielleicht ist sie überarbeitet? Oder überfordert? Bin ich vielleicht daran schuld? Vielleicht sollten wir sie ein wenig in Ruhe lassen, damit sie wieder zu sich kommt. Legen Sie also ganz behutsam dieses Heft weg. Weit weg. Lesen Sie nicht mehr weiter. Wenn Sie ein Abo haben, sollten Sie es vielleicht besser kündigen.
Ich sehe, Sie ignorieren meine Warnungen und lesen dennoch weiter.
Also gut, noch diese eine Seite, aber dann ist Schluss, okay?
Meine Wiener Inszenierung «Die Brüder Karamasow» ist übrigens hymnisch bejubelt worden von der Theaterkritik. Das stimmt! Meine Wiener Inszenierung «Die Brüder Karamasow» ist von der Theaterkritik auch hämisch verrissen worden. So ist es immer. Egal, was ich inszeniere, ganz gleich ob es ein Highlight der Theatergeschichte ist oder eine kleine Fingerübung: Die Theaterkritik ist immer total verwirrt. Auch im Fall von Dostojewskis «Die Brüder Karamasow».
«Ungewohnt ernsthaft» fand die Wiener Zeitung mit einigem Recht den Abend, und auch Theater heute befindet im Einsteinschen Duktus: «Stemann ironisiert nicht». Die NZZ dagegen bescheinigt eine «gepflegte ironische Distanz», ...
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Theater heuteHallo, hier ist Eva Behrendt von «Theater heute» …
Bernhard Schodrowski«Theater heute»! Ich warte seit drei Jahren darauf, dass Sie anrufen! Obwohl ich zugeben muss: Das letzte Mal, dass ich Ihre Zeitschrift gekauft habe, war, als das Interview mit Harald Schmidt drin war.
THIch bin schon gerührt, dass die Berliner Polizei überhaupt «Theater heute»...
Petite Fleur» heißt das Etablissement, das mehr bodenständig als frivol über die Ausfallstraße am See grüßt. Neonbordüren illuminieren sparsam die klobige Fassade; träge blinken rote Herzen in den Fenstern. Früher war das robuste Zweieinhalb-Familienhaus schräg gegenüber der Roten Fabrik noch «eine wundervolle Vorstadtkneipe», in der der legendäre Tonmeister Dieter...
Die Jahre zwischen 1977 und 1980 waren die krisenhafteste Zeit seines Lebens. Im Oktober 1976 war er von einem Wien-Aufenthalt anlässlich einer Inszenierung am Burgtheater nicht mehr in die DDR zurückgekehrt. Im März 1977 wird seine Freundin Gabriele Gerecke bei einem Fluchtversuch an der innerdeutschen Grenze festgenommen und zu drei Jahren Haft im berüchtigten...
