Gegen die Polizei im Kopf
Bei Theaterkongressen, auf denen er in Europa die Entstehung seines «Theaters der Unterdrückten» nachzeichnete, erzählte Augusto Boal gern folgende Geschichte: «Im letzten Akt des selbstgeschriebenen Bauerndramas, das wir im Nordosten auf Lastwagenrampen spielten, sangen wir, das Gewehr fest umklammert: ‹Unser Blut für die Freiheit. Unser Blut für unseren Grund und Boden.› Die Zuschauer brüllten begeistert, mit erhobener Faust.
Nach Ende der Vorstellung trat ein Landarbeiter mit Tränen in den Augen auf mich zu – es war meine erste Begegnung mit einem echten Landarbeiter – und sagte: ‹Ihr kommt aus der Großstadt São Paulo, aber ihr denkt genauso wie wir auf dem Land. Ihr sprecht uns aus der Seele. Wir brauchen eine Revolution. Und zwar sofort! Ihr nehmt eure Gewehre und kommt mit! Wir holen uns das Land zurück, das uns der Coronel weggenommen hat!› Er packte mich am Arm. Ich stotterte: ‹Das muss ein Missverständnis sein.› Der Landarbeiter: ‹Nein, wir haben genau verstanden, was ihr gesagt habt. Ihr habt gesagt, wir wollen gemeinsam kämpfen. Also nehmt eure Gewehre und lasst uns kämpfen!› Ich stotterte noch mehr: ‹Da ist noch ein Missverständnis. Unsere Gewehre sind Attrappen!› Der ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Innovation und Kreativität im Doppelpack wirken wie ein Dreamteam», abgesichert durch Bildung ermöglichen beide zusammen den Wandel. Das sagt Jörg Mehlhorn, der Vorsitzende der «Gesellschaft für Kreativität» zum für 2009 auf Initiative der Europäischen Kommission ausgerufenen «Year of Creativity and Innovation» am 4. Mai 2009 in der «Innovationsbeilage» der FAZ....
Zum letzten Mal brachte ein Finne 2005 Glanz an die Ostsee. Das war Jari Litmanen, beim seinerzeit erstklassigen FC Hansa. Genutzt hat sein Engagement nichts, der Abstieg kam. Mittlerweile kämpft das Aushängeschild der Hansestadt in der zweiten Bundesliga um den Verbleib im Profifußball.
Abwärts ging es zuletzt auch mit dem Rostocker Volkstheater. Mit Tanz und...
1.«Alles ist spielbar», hat Jürgen Gosch mal bei einem gemeinsamen Treffen mit Johannes Schütz und mir im Café Lubitsch gesagt. Oder genauer – um ihn vollständig zu zitieren: «Alles ist spielbar, solange es im Text vorkommt.»
Konkret ging es damals wohl darum, wie es wäre, wenn sich ein komplettes Ensemble von Schauspielern in einen Schwarm Vögel verwandelt. Oder...
