Gefrorenes Lächeln in verminter Gegend
So nah sind die Berge. Wie ein Schweizer Modell-Städtchen ist Sarajevo eingebettet in die Landschaft, man möchte an diesen ungewöhnlich sonnigen Oktobertagen am liebsten einfach loswandern, direkt aus der Stadt hinaus in die Natur – doch davor warnt nicht nur das Auswärtige Amt: Noch immer ist die Gegend schwer vermint. Noch immer bedeutet von den Straßen abzuweichen Gefahr.
So nah sind die Berge. Von überall sichtbar. Und umgekehrt ist die Stadt von dort oben bis in manchen Winkel hinein einsehbar; die Geschichte von den Scharfschützen zu Zeiten des Bosnien-Krieges kennt man.
Sniper Alley wurde die Hauptstraße genannt, die sich kilometerlang durch ganz Sarajevo zieht. Weiter westlich liegt an ihr das Holiday Inn, aus dem ausländische Korrespondenten ihre Nachrichten in die Heimat sendeten. Im Osten, unterhalb der Altstadt, steht die Nationalbibliothek. Das, was von ihr übrig ist.
Provinz gegen Metropole
Als sie im Sommer 1992 brannte, gingen die Bilder um die Welt. Rund zwei Millionen Bücher wurden vernichtet. Ein beträchtlicher Teil des kulturellen Erbes Bosniens und Herzegowinas ging in Flammen auf.
Es heißt, die Bibliothek sei als Ziel der Granaten – ziemlich zu Beginn der ...
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