Gefeiert wird später
Eine Löwin, eine «niederbayerische Löwin», «Nachbarin Courage» und, natürlich, «Mutter Courage des Volkstheaters» wurde sie, schon in den Überschriften der Nachrufe, tituliert. «Die Mama ist tot», war zu hören, und man rief Zeitzeugen ins Gedächtnis: Bei Brecht habe sie im Berliner Ensemble gearbeitet und bei Peter Stein in der Berliner Schaubühne, zusammen mit Therese Giehse, von der sie zu ihrer Nachfolgerin ausgerufen worden sei.
(Ja, sie war tatsächlich 1957 am BE, nachdem Brecht tot war; aber sie hatte ihn an den Münchner Kammerspielen kennengelernt, bei Regiearbeiten, und war tief geprägt von seinem ironisch beobachtenden Theaterstil. An der Schaubühne wiederum war sie 1966, vier Jahre bevor Stein dorthin kam.) In Bad Tölz aber brach eine ganze Stadt in die Knie, weil nun ihr «Hauptwerbeträger» nicht mehr zur Verfügung stehe: «Wir müssen sehen, wie wir uns jetzt verkaufen», sagte ein umdüsterter Bürgermeister.
Da hätte die Ruth Drexel vermutlich hart aufgelacht, mit diesem hohen Meckerton, der immer zwischen Spott und Hohn changierte: «Jetzt macht’s aber mal halblang, nicht gar so viel Trara und Summs, bitte!»
Ungeheure Arbeitskraft
Wieso Bad Tölz? Wer so fragt, gehört ...
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