Gefangene der Geschichte

Wajdi Mouawad «Vögel»

Theater heute - Logo

Wie ist es möglich, Identitätsgrenzen zu überwinden? Kann man multiple Kulturen in sich vereinen? Anfang des 16. Jahrhunderts wurde der arabische Diplomat Muhammed al-Wazzan, genannt Leo Africanus, von Piraten gefangen genommen, nach Rom verschleppt und dort von Papst Leo X. getauft. Nach einem Jahrzehnt als hochgeachteter Gelehrter in Italien gelangen ihm die Flucht und die Rückkehr nach Nord­afrika.

Angeregt von der Lebensgeschichte dieses Wanderers zwischen der muslimisch-arabischen und der christlich-europäischen Welt, hat Wajdi Mouawad eine Familiensaga geschrieben, die heute vor dem Hintergrund des Nahostkonflikts spielt.

Im Lesesaal einer New Yorker Universitätsbibliothek verliebt sich Eitan, ein junger Biogenetiker aus Berlin, in Wahida. Als Eitan seinen Eltern und seinem Großvater, einem Überlebenden der Shoah, die neue Freundin vorstellt, kommt es zum Eklat. Wahida ist Araberin und für Eitans Vater David nicht akzeptabel. Eitan lehnt es ab, für das Leid seiner Vorfahren Verantwortung zu übernehmen. Traumata seien genetisch nicht vererbbar. Bei einem Gentest stellt er überraschend fest, dass sein Vater nicht der ist, der er zu sein vorgibt. Auf der Suche nach den Wurzeln ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Jahrbuch 2018
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 173
von Ingoh Brux

Weitere Beiträge
Es schwingt

Im Oktober 2016 ist Fiston Mwanza Mujila zu Gast im Burgtheater mit einer Lesung, ach was: Lesung-Performance. Besser: Rezitation, Gesang, Tanz. Der bekennende Jazzliebhaber, der den Variationsreichtum des Saxofons besonders hoch schätzt, ist ein Bühnenereignis. Ein Vortragender, der auch in seinen Prosatexten Freiheit in der Sprache sucht, Partituren schreibt. «Zu...

Narrativ der Ehrlichkeit

Eine neue deutsche Leitkultur, das klingt aber therapeutisch! Als könnte man etwas erfinden, das alle Probleme löst. Und solange man es nicht gefunden hat, ist es auch in Ordnung, dass die Probleme da sind. Es kann ja gar nicht anders sein, ohne die größte und beste Erfindung. Eine Art gesellschaftlicher Weltformel. Und klar, das Wort kann gar nicht anders als auch...

Hey, Benny!

Du bist Schauspieler des Jahres, und das ist fantastisch. Du hast es verdient. Du hättest es auch schon früher verdient (aber dazu später noch mal mehr). Jetzt bist du es, und das freut mich total. Gefeliciteerd.

Schauspieler des Jahres. Oder muss ich das Wort Performer benutzen? Performer des Jahres? Künstler des Jahres.

Vielleicht muss ich kurz erklären: Ich...