Gedanken im Raum
Wir werden als eine zentrale gesellschaftliche Instanz um mehr Digitalität auch am Theater nicht herumkommen. Man kann allerdings gespannt sein, wie das Ganze vonstatten gehen soll. In einem Land mit einer einzigartig dicht ausgebauten Theaterlandschaft und einer einzigartig dürftigen digitalen Infrastruktur. Meine Arbeitserfahrung mit Digitalem ist ebenfalls dürftig: vier bis fünf Mitschnitte von analogem Theater und drei Staffeln einer selbstproduzierten digitalen Mini-Serie, zeitfüereinander.com.
Ich bin also wahrlich keine Expertin für das Digitale, habe kaum Streams gesehen – etwas, was ich quasi geschwänzt habe, weil ich mich nur schwer Dingen widmen kann, die mich nicht interessieren. Weder auf mein mangelndes Interesse noch auf meine Sturheit bin ich besonders stolz. Ich muss sie an dieser Stelle einfach zugeben und mich zu etwas äußern, wovon ich mehr Ahnung habe, wofür ich mehr Liebe habe und von dem ich glaube, es ganz gut zu kennen und zu verstehen – das Theater.
Als ich mich nach dem Studium für das Stadttheater entschieden habe, kam das einigen in meinem Umfeld suspekt vor. Schon der Wechsel von der Angewandten Theaterwissenschaft in Gießen an die Münchner ...
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Theater heute Jahrbuch 2021
Rubrik: Streaming, Seite 74
von Anne Lenk
Es gibt gute Gründe, gerade jetzt intensiv mit Theaterautor:innen zusammenzuarbeiten. Viele von uns Autor:innen haben die Krise sehr intensiv erlebt. Damit meine ich nicht nur das Wegbrechen von Einnahmen oder den Verweis mancher Politiker, als Soloselbständige gegebenenfalls «auf die Grundsicherung» – Klartext: auf Hartz IV – zurückzugreifen. Wie man oder frau...
Es ist nicht so, dass es keine männliche Rolle gäbe in Svenja Viola Bungartens neuestem Stück «Maria Magda» mit dem sie den deutschsprachigen Wettbewerb des Heidelberger Stückemarkts 2021 gewonnen hat. Eine gibt es schon, bei der es zumindest dramaturgisch verschenkt wäre, sie nicht mit einem Mann zu besetzen: Die Rede ist von Gott. Und der muss für einiges...
Matthew Lopez' zweiteiliges Bühnenepos «Das Vermächtnis», inspiriert von Motiven aus E. M. Forsters 1910 erschienenem Gesellschaftsroman «Howards End», beginnt mit dem, was jedem Erzählen vorausgeht. Am Anfang ist der Drang – ein Impuls, eine durch und durch körperlich empfundene Regung. Noch vor dem ersten Wort drängt etwas, drängt zu erzählen. Und so tasten sich...
