Gastgeberin, Fallenstellerin

Die Schweizerin Muriel Gerstner, Bühnenbildnerin des Jahres, braucht das geschriebene Wort, bevor sie Räume entwirft

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Jüngst für ein Buchprojekt gebeten, sich über ihre Arbeit zu äußern, lieferte Muriel Gerstner einen aufschlussreichen Text ab, einen Text, der in seiner Form zunächst überrascht, versteckt er doch seine Auskünfte in einem kleinen Stück Prosa. Mit einem Empfehlungsschreiben in der Hand steht M. – die Annahme, dass es sich hierbei um die Schreiberin handelt, ist sicher erlaubt – vor Frau B.’s Haus, um K. einen Besuch abzustatten. Hinter K.

soll und muss man den Autor Händl Klaus vermuten, für dessen Stück «Dunkel lockende Welt» Muriel Gerstner zum Entstehungszeitpunkt des Textes das Bühnenbild entwarf. Man muss und soll natürlich auch an Kafkas Roman «Das Schloss» denken, an seinen Protagonisten, jenen Landvermesser Josef K. und dessen angestrengte und vergebliche Versuche, den Ort, an den er meint, gerufen worden zu sein, zu ergründen. Nur ist in diesem Fall nicht K., sondern M. zum Vermessen gekommen und K. Teil jener rätselhaften Begebenheiten, denen wir lesend begegnen.
Muriel Gerstner betreibt ein offensives Spiel mit Verweisen in ihrem Text wie auch in ihren Bühnenentwürfen, doch hier wie dort verdunkelt sie Feststellungen, stiftet Widersprüche, indem sie verschiedene ...

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Theater heute Jahrbuch 2006
Rubrik: Regeln des Raums, Seite 88
von Judith Gerstenberg

Vergriffen
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Regeln des Raums

Wenn Muriel Gerstner ein Bühnenbild entwirft, wird immer ein besonderer Spielraum daraus. Man kann das eine Regel nennen, im Nachhinein.
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