Neurotische Frauen
Wie man hört, wird Bernd Eichinger demnächst in Zusammenarbeit mit einem renommierten Baader-Meinhof-Chronisten die Geschichte der RAF verfilmen. Zu erwarten ist eine oberflächenpolierte Terroristen-Schmonzette, die sich als Historie geriert. Ein bekanntes Fernsehgesicht wird in Zukunft für Ulrike Meinhof stehen, und endlich werden wir die Menschen, die unsere Geschichte bestimmt haben, kennen, ihre Gefühle und ihre Motivationen verstehen.
In Elfriede Jelineks «Ulrike Maria Stuart» versteht man erst einmal wenig – zersplittert, überhöht und grotesk erscheinen die Figuren, zersplittert auch die Geschichte und undurchdringbar die Sprachwüste, die uns die Autorin zumutet. Königinnen, Engel und Prinzen samplen sich durch drei Zeitspannen, durch Ideologien und Ideologielosigkeit und erzählen ganz nebenbei von der Unmöglichkeit einer auch nur halbwegs objektiven Geschichtsschilderung.
Maria Stuart und Elisabeth I., Ulrike Meinhof und Gudrun Ensslin – gleich zwei mal zwei Königinnen, zwei mal zwei Frauen kämpfen in Elfriede Jelineks neuestem Stück um Macht und Liebe, bekämpfen sich gegenseitig und kommen zu Fall. Ausgehend vom Kerker, von der Strafjustizanstalt Stammheim, öffnet Elfriede ...
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«Images of hell. They are silent.»
Es gibt eine Homepage, auf der Menschen aus allen Regionen der Welt Fotos veröffentlichen, die eine kollektive Botschaft verkünden: «We are not afraid.» Wir haben keine Angst – vor Attentaten, vor fundamentalistischem Terror. Interessant ist, dass die meisten Bilder aus Ländern stammen, in denen gar keine Anschläge stattgefunden...
Uraufführungen
A Herbert Achternbusch Herz und Kopf (Nationaltheater Mannheim)
Woody Allen Sweet and Lowdown (Theater Krefeld-Mönchengladbach)
Melanie Arns Heul doch! (Theater Bielefeld)
B Lukas Bärfuss Die Probe (Münchner Kammerspiele), Marc Becker Terror-Programm (Arbeitstitel, Staatstheater Oldenburg), Thorsten Becker Katte (Hans-Otto-Theater Potsdam), Sibylle...
Das 6. Festival Internationale Neue Dramatik an der Schaubühne beginnt in ein paar Tagen, und noch immer gibt es keine Nachricht von Debbie Tucker Green. Kommt sie zur szenischen Lesung ihres neuen Stückes «Stoning Mary» oder kommt sie nicht? Ihr Londoner Verlag weiß es nicht, E-Mails, die Bekannte an Tucker Greens Privatadresse weiterleiten, werden nicht...
