Regeln des Marktes
Viele Intendanten durchaus großer Bühnen im Land stöhnen schon lange. Gegen den Sog nach Berlin haben sie selbst bei attraktiven Angeboten schlechte Karten. Das (Arbeits-)Leben in der Hauptstadt ist für viele Schauspieler und Schauspielerinnen so verlockend, dass sie sich auch ohne festes Engagement auf den Weg machen.
Vorbei die Zeiten des föderalen Gleichgewichts, als es egal war, wo man spielte, Hauptsache, das Theater war erstklassig? Ist Berlin wieder wie in den Goldenen Zwanzigern die unumstrittene Theater-Metropole?
Ein Gespräch mit den (Neu-)Berlinerinnen Anne Ratte-Polle, Fritzi Haberlandt, Anne Tismer und Katharina Schmalenberg.
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+ Die Kunst des Theaters ist frei und vielleicht sogar autonom?
Ein Bereich jenseits des instrumentellen Denkens, der Ideologisierungen, der Zwecke und Verfügungen? Gar ein Ort des Kreativen, des lustvollen Ausprobierens, Vordenkens, möglichen Scheiterns?
Aber nicht doch. Es gibt schließlich Regeln! Man muss sich zwar nicht dran halten, aber man sollte sie...
Was für Regeln gelten für die 38 Kritiker, die auch in dieser Spielzeit wieder die Schauspieler, Inszenierungen, Stücke und Bühnen des Jahres gewählt haben? Eigentlich keine, außer dass sie ihre Voten rechtzeitig einsenden müssen. Ansonsten sind sie nur sich, dem Theaterhimmel über ihnen und ihren persönlichen Regelwerken verpflichtet.
Auf den folgenden Seiten das...
Die Berliner Tageszeitung «Germania» veröffentlicht am 9. August 1930 einen Aufsatz der jungen Dramatikerin Marieluise Fleißer. Die durch Skandale um die Uraufführungen ihrer Stücke «Fegefeuer in Ingolstadt»( 1926) und «Pioniere in Ingolstadt» (1928) bekannt gewordene Dramatikerin porträtiert zwei Jahre nach der Einführung des Tonfilms auf ungemein anrührende Weise...
