Frostiges Versprechen

Berliner Romanadaptionen: Nurkan Erpulat inszeniert Katja Poladjans «Zukunftsmusik» am Maxim Gorki Theater, Alexander Eisenach Jenny Erpenbecks «Heimsuchung» am Deutschen Theater

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Die Zukunft ist Geschichte» lautet der Titel einer epochalen Studie der russischamerikanischen Essayistin Masha Gessen. Das Buch reist zurück in die Gorbatschow-Ära, als das steinerne Gemäuer der Sowjetunion zaghaft zu bröckeln begann und sich ein Spalt zur Zukunft jenseits der sozialistischen Diktatur öffnete. Es schildert von dort aus, wie sich das Morgen in den Jelzin-Jahren ein wenig weiter öffnete und sich unter Putin peu à peu wieder schloss.

Mit der Okkupation der ukrainischen Krim 2014 endet das Buch, und wir wissen, dass die Zukunft seither fester denn je versiegelt ist.

Gessens Buch schildert den sowjetischen Menschen in seiner spezifischen Untertanen-Disposition, als «Homo sovieticus», der dem Staat vereinzelt und praktisch schutzlos gegenübersteht, ohne zivilgesellschaftliche Rückendeckung. Der Mantel des «Homo sovieticus» wurde weder mit Gorbatschow noch mit Jelzin abgestreift, weshalb das diktatorische Revival unter Putin auch so problemlos gelingen konnte.

Das Maxim Gorki Theater gibt nicht von ungefähr einen Hinweis auf Masha Gessens Werk in seinem Programmzettel zur Uraufführung von «Zukunftsmusik» von Katja Poladjan bei. Poladjans Buch liest sich geradezu wie das ...

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Theater heute März 2026
Rubrik: Aufführungen, Seite 12
von Christian Rakow

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