Frauen am Rande des Handyterrors
Alltagsmenschen im Ausnahmezustand interessieren Sergi Belbel sehr. Um sie möglichst schnell dahin zu bringen, verwendet er starken Zündstoff: Kidnapping, schwere Unfälle, Terroranschläge sind Auslöser für plötzliche Seelenauffaltungen mittlerer Manager oder bringen festgefahrene Familienstrukturen in Bewegung. Er treibt seine Menschen rasch in die Katastrophe und zoomt sie dann ganz nah heran. Denn nur in diesen Momenten sondern sie plötzlich eine starke Dosis Persönlichkeit ab.
Als verwirrte, überforderte, verängstigte Gefühlsmonster werden sie plötzlich erkennbar, wahrhaftig und anrührend.
Sergi Belbel, 43 Jahre alt und Botschafter zeitgenössischer katalanischer Dramatik, hat ein neues starkes Stück geschrieben. Es handelt von Frauen um die 50, zwei Müttern, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, und von deren Kindern. Eins haben alle gemeinsam: Sie hegen eine tiefe Zuneigung zu ihren Handys.
Sara wird von ihrer Tochter Rosa zum Flughafen gebracht. Eigentlich will sie gar nicht verreisen, ist unentschlossen, unsicher, und sie nervt. Folgt Rosa aber doch, weil die es gut meint und ihr schließlich den Urlaub geschenkt hat. Die Mutter musste einfach mal raus. Schluss mit der ...
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Als Hasko Weber im Herbst vergangenen Jahres seine Intendanz am Staatsschauspiel Stuttgart antrat, drückte er den Schwaben gleich mal eine Faust aufs Auge: Als Logo wählte er eine geballte Hand, das Zeichen der Arbeiterbewegung und des Klassenkampfs. Weiß, auf olivgrünem Grund, umrandet vom Kreis des Copyright-Zeichens, prangte es auf T-Shirts, Plakaten und...
Es ist mein innerlichstes Stück», sagt die 31-jährige Autorin, die im vergangenen Sommer als Nachwuchsdramatikerin des Jahres gewählt wurde und diesen Sommer schon ihr sechstes Stück vorlegt. Sie hat gerade ihr Studium Szenisches Schreiben an der UdK Berlin absolviert und bereits das Reich der Profis erreicht. Spannende Inszenierungen sind aus ihren Texten...
