Alles Worpswede?
Theater heute Nicht erst der «Fall Stadelmaier» hat das Nachdenken über Theaterkritik wieder neu belebt. Was erwartet man von ihr, was bietet sie, was hat sich verändert, was sollte sich verändern? Ist Theaterkritik eine Vermittlung fürs Publikum, ist es ein Gespräch mit Theaterleuten? Und auf welcher Augenhöhe? Was erwarten Sie als Schauspieler von Kritik, Herr Bierbichler?
Josef Bierbichler Eine Zeitlang war es für mich wichtig, eine gute Kritik zu bekommen. Die habe ich auch erwartet. Und wenn sie nicht kam, war’s schlecht. Das interessiert mich inzwischen weniger.
Heute möchte ich, dass das im Spiel Erkannte richtig beschrieben wird. Nicht um rauszukriegen, was ich mache, sondern um zu sehen, ob das, was ich versuche zu spielen, als solches erkannt wird. In diesem Sinn wünsche ich mir einen Dialog mit den Schreibern. Weil der Kritiker mehr Zeit hat, als im Gespräch mit anderen Zuschauern vorhanden ist. Außerdem gibt es natürlich die Möglichkeit, dass man etwas macht, ohne sich dessen selbst bewusst zu sein. In der «Süddeutschen Zeitung» stand gerade etwas über Godard. Jetzt weiß ich endlich, was Christoph Schlingensief am Burgtheater gemacht hat. (Gelächter)
TH Erfahren Sie ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Jahrbuch 2006
Rubrik: Regeln der Kritik, Seite 58
von Eva Behrendt, Barbara Burckhardt, Franz Wille
Wen wundert es, dass 22 Jahre nach «Die Unvernünftigen sterben aus» das neue Handke-Stück den Titel «Spuren der Verirrten» trägt. Etwas erinnert das Stück an das 15 Jahre zuvor entstandene Schauspiel «Die Stunde da wir nichts voneinander wussten». Damals ein Schauspiel im Wortsinn, denn es ist ein wortloses, also stummes Spiel, in dem ein Platz den Mittelpunkt der...
Roland Schimmelpfennig hat einmal gesagt, Theater sei «Faxenmacherei». Seitdem aber seine Stücke immer mehr die deutschen Bühnen bevölkern, geheimnissen die Bühnenkünstler, eifrig sekundiert vom erwartungsvollen Feuilleton, viel in die angeblich raunenden, nicht enträtselbaren, überdies naturgemäß postmodernen Texte hinein. Denn Schimmelpfennig ist in der Art, wie...
Wie machen sie das nur, Katharina Schüttler und Felix Goeser, die Hedda Gabler an der Berliner Schaubühne und der Stuttgarter Platonow, erst wenige Jahre am Theater und schon Schauspieler des Jahres?
Gibt es dafür auch Regeln? Zwei Porträts über die bezwingendsten Darsteller der Saison, deren Bühnenwirkung sich kaum jemand entziehen kann.
...