Die Faust im Haus
Als Hasko Weber im Herbst vergangenen Jahres seine Intendanz am Staatsschauspiel Stuttgart antrat, drückte er den Schwaben gleich mal eine Faust aufs Auge: Als Logo wählte er eine geballte Hand, das Zeichen der Arbeiterbewegung und des Klassenkampfs. Weiß, auf olivgrünem Grund, umrandet vom Kreis des Copyright-Zeichens, prangte es auf T-Shirts, Plakaten und Spielzeitheften, als gelte es, eine Revolution des Proletariats anzuzeigen, mindestens aber einen Weber-Aufstand.
Etwas gewagt war dieses Signet ja schon.
Schließlich ist Hasko Weber ein waschechter Ossi, geboren 1963 in Dresden, aufgewachsen in einer DDR-Neubauplatte, der Vater ungelernter Arbeiter, die Mutter Industriekaufmann. Er selber machte eine Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenmonteur, bevor er 1985 sein Schauspielstudium an der Leipziger Theaterhochschule «Hans Otto» begann. In Chemnitz, der damaligen Karl-Marx-Stadt, gründete er zu Wende-Zeiten die «Dramatische Brigade», eine Art Revolutionstheater, das künstlerisch und politisch Aufsehen erregte. Weber sagt, die Aufführungen seien «subversiv und zum Teil geradezu staatsfeindlich» gewesen. 1993 wurde er Schauspieldirektor am Staatsschauspiel Dresden, das er acht ...
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