Fragen und Gegenfragen
Fühlst du dich gerade schuldig … Wer ist eigentlich dafür verantwortlich, die Fragen nach Machtmissbrauch, mangelnder Geschlechtergerechtigkeit, strukturellem Rassismus, problematischen Leitungsstrukturen, schwierigen Arbeitsbedingungen, unfairem Gagensystem und mangelnder Diversität im deutschen Stadttheatersystem zu beantworten … Wer soll so etwas überhaupt beantworten können … Ich etwa, als nicht weiße Schauspielerin … Wer ist in der Position, die Strukturen nachhaltig zu überarbeiten … Und profitieren wir alle von diesen Veränderungen … Wie viele Findungsgremien für
Theaterleitungen sind transparent, nach Geschlechtern pari -tätisch sowie divers besetzt … An wie vielen Theatern gibt es aktuell allein verantwortliche Intendanten, an wie vielen sind es Intendantinnen, wo sind es Doppelspitzen oder Kollektive … Was macht ein Ensemble eigentlich wirklich divers … Reicht eine einzige BIPoC-Person, um Diversität zu erzählen … Wie viele BIPoC-Menschen sind im Durchschnitt an deutschen Stadttheatern beschäftigt … Wie viele Autorenschaften in den Spielplänen sind nicht weiß und nicht männlich … Wie viele Titelrollen sind nicht weiß und nicht männlich … Wie sichtbar ist Diversität an ...
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Theater heute Jahrbuch 2022
Rubrik: Transformation, Seite 66
von Gina Haller
Theater heute
Die Theaterzeitschrift im 63. Jahrgang
Gegründet von Erhard Friedrich und Henning Rischbieter
Herausgeber
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
Redaktion Eva Behrendt, Franz Wille (V.i.S.d.P.)
Redaktionsbüro Katja Podzimski
Gestaltung Christian Henjes
Designkonzept Ludwig Wendt Art Direction
Redaktionsanschrift
Nestorstr. 8–9, 10709 Berlin,...
Es ist Anfang der 2000er, ich bin Anfang 20 und habe einen der begehrten Ausbildungsplätze bekommen. Ich studiere Schauspiel. Ich bin überglücklich. Mir fällt eine Tabelle in die Hände, aus der ersichtlich ist, dass ich trotz eines Studiums weit weniger verdienen werde als andere Leute am Theater, auf und hinter der Bühne. Erstmal egal. Ich brenne für meinen Beruf.
...Hier bleibt alles, wie’s ist: Das heißt, es wird schlimmer …», stellt Caren Jeß ihrem Stück im Prolog voran. «Die Walküren» – bei ihr, die das Stück aus dem Chor der neun mythologischen Wesen heraus denkt, explizit im Plural – nimmt deutlich Bezug auf Richard Wagners fast gleichnamiges Musikdrama und ist doch mehr als eine Überschreibung. Jeß potenziert den Stoff,...
