Formen des Widerstands
Im schlaffen Zürcher Luxus scheint keinen wirklich etwas umzutreiben. Dagegen hat das Programm des Theaterspektakels einen Aggregatzustand von Dringlichkeit, auch wenn man das im Tableau aus Wiese, See, Spätsommerlicht und Restaurantbuden nicht gleich bemerkt. Es findet in der Roten Fabrik, einer Werfthalle und in temporären Architekturen statt und ist seit seiner Gründung ein internationales Festival.
Sandro Lunin, der es seit neun Jahren künstlerisch leitet, hat es deutlich in Richtung der experimentellen Formen verschoben und ihm einen politischen Fokus der postkolonialen Erfahrung gegeben. Sein Programm zeigt zwanzig Sprechtheater und Tanzproduktionen, drei besondere Zirkuspositionen, acht Short Pieces, acht sehr ausgesuchte Konzerte und ein bis zwei spezielle Truppen der Straßenkunst.
Eröffnet wurde dieses Jahr allerdings in der Werft sehr europäisch, mit der neuen Produktion der flämischen Truppe FC Bergman, «Het land Nod». Eindrucksvoll wurde der Rubens-Saal des Königlichen Kunstmuseums Antwerpen nachgebaut. Die Wände sind leer, nur Rubens’ «Die Kreuzigung Christi» hängt noch, soll abtransportiert werden, passt aber nicht durch die Tür. Ein Wärter nimmt Aufstellung. Dann ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Der Maßstab, an dem sich das Projekt Ruhrtriennale zu messen hat, wurde in gewisser Weise von Johan Simons selbst gesetzt. Während der Gründungs-Intendanz von Gerard Mortier inszenierte dessen jetzt vierter Nachfolger in der Jahrhunderthalle Bochum «Sentimenti». In der Kreation aus literarischer Erzählung (Ralf Rothmanns Ruhrgebiets-, Familien- und...
Männer mit Hosenträgern sind mit Vorsicht zu genießen, das sollten Frauen eigentlich wissen. Aber was bleibt Grace übrig. Da strandet sie am rostbraunen Rand der Rocky Mountains, es sind Schüsse gefallen, und jetzt kauert die Fremde wie ein verstoßener Affe in der Nische einer Industrieschleuse (Bühne: Katja Hass), barfuß, das goldene Abendkleid schimmert...
Es ist das ultimative Grauen, der Tiefpunkt im Leben von TV-Mann Phil Connors: der traditionelle Murmeltier-Tag in Punxsutawney. Im Zeitschleifen-Selbstopimierungs-Klassiker «Und täglich grüßt das Murmeltier» ist Connors (Bill Murray) dazu verdammt, die ödesten aller öden 24 Stunden wieder und wieder zu durchleben, bis, ja bis es ihm gelingt, das absolut Beste aus...
