Flucht nach vorn
Aus der Zukunft auf die Gegenwart zurückzu -blicken, kann beruhigend wirken – nach dem Motto: zum Glück haben wir das hinter uns gelassen! –, aber auch die Depression verstärken, wenn man sieht, dass es womöglich nicht viel besser gekommen sein wird. Warum also all der K(r)ampf?
Es ist ein zorniger Blick zurück, den Sibylle Berg in ihrem Stück «In den Gärten oder Lysistra -ta Teil 2» aus einer «politisch korrekten, veganen, durchgegenderten Gegenwart» auf die noch von erbitterten Machtkämpfen der Geschlechter gezeichnete Gesellschaft von heute wirft.
Ein Blick, der seit der Uraufführung 2019 in Basel nichts von seiner selbstverletzenden Schärfe verloren hat. Wobei das Gender-Verbot an bayerischen Behörden und Schulen, das kurz vor der Premiere von Christian Stückls Neuinszenierung am Münchner Volkstheater im März verkündet wurde, Bergs Zukunftsvision wieder in etwas weitere Ferne rückt.
Was also wäre, wenn wir den ganzen toxischen Beziehungsballast endlich abgeschüttelt hätten, keine gläserne Decke mehr, kein Gender Pay Gap, keine Diskriminierung, ja sogar keine Männer mehr? Denn die sind hier mangels Ehrgeiz und Kampflust – «Wir gestehen uns ein, dass es uns nie Freude gemacht ...
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Theater heute Juli 2024
Rubrik: Chronik, Seite 60
von Silvia Stammen
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