Flaschenpost aus einer nahen Zukunft
Sibylle Berg gehört zu den meistgelesenen deutschsprachigen Autor:innen der Gegenwart. Ihre Stücke laufen an zahlreichen Stadttheatern, ihre Romane stehen regelmäßig auf den Bestsellerlisten. Sie wurde vielfach ausgezeichnet. Neben ihrer literarischen Arbeit engagiert sie sich zunehmend politisch.
Sie ist für Die PARTEI tätig und seit 2024 Mitglied des Europäischen Parlaments, wo sie (laut ihrer eigenen Website) versucht, im Rahmen sehr beschränkter Möglichkeiten über die kommenden Überwachungsmaßnahmen zu informieren, Wissenschaftler:innen eine Bühne zu geben, Armut und Diskriminierung zu bekämpfen. Und ihre Vision eines neuen Gesellschaftssystems nach der friedlichen Abschaffung des Kapitalismus zu erläutern. In ihren Texten verhandelt sie seit jeher, was auch politisch auf dem Spiel steht.
«Es ist dunkel. Wie immer. Und angenehm.» Mit diesen Sätzen beginnt «Ein wenig Licht. Und diese Ruhe.», Sibylle Bergs neues Theaterstück, geschrieben anlässlich einer Retrospektive zum Werk des kanadischen Künstlers Jeff Wall. Inspiriert ist der Text insbesondere von dessen Fotografie «Fieldwork», die einen Archäologen bei Ausgrabungen auf dem Gelände eines ehemaligen Dorfes der Sto:lo Nation ...
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Theater heute Jahrbuch 2025
Rubrik: Neue Stücke, Seite 147
von Valerie Göhring
Wie man in diesen Tagen gute Laune bekommt? Gar nicht. Es sei denn, man sieht und hört nicht, was in der Welt passiert. Wenn es unerträglich wird, wenn alles zu laut, zu düster, zu schnell und zu hoffnungslos erscheint, dann gibt es zwei Dinge, die mir ein wenig Trost geben.
Das Erste ist ein Spaziergang über den St.-Matthäus-Kirchhof in Berlin. Ich bin in der...
Die Bühne ist ein großes Schweigen» in Paula Kläys Stück «Gewölk». Es kann erst beginnen, wenn eine gewisse Zeit vergangen ist: «Tauben fliegen drei Mal um das Theater und dann weg.» Sind diese Tauben nur Tauben? Oder könnten es nicht doch auch Mavies Eltern sein, die, immer schweigend, zuletzt nickend, den Kopf vor- und zurückschiebend, auf einer Parkbank...
Ich glaube, das Gebot der Stunde lautet Kooperation, im Gegensatz zu einer Gesinnung, in der es als Erfolg gilt, sich die Welt Untertan zu machen. Das 20. Jahrhundert ist noch nicht lange her, und es wuchert noch kräftig zu uns herüber. Angesichts der globalen Bedrohungslagen unseres Jahrhunderts ist jedoch Kooperation die einzig logische Schlussfolgerung –...
