Flaschenpost aus einer nahen Zukunft

Sibylle Berg «Ein wenig Licht. Und diese Ruhe.»

Theater heute - Logo

Sibylle Berg gehört zu den meistgelesenen deutschsprachigen Autor:innen der Gegenwart. Ihre Stücke laufen an zahlreichen Stadttheatern, ihre Romane stehen regelmäßig auf den Bestsellerlisten. Sie wurde vielfach ausgezeichnet. Neben ihrer literarischen Arbeit engagiert sie sich zunehmend politisch.

Sie ist für Die PARTEI tätig und seit 2024 Mitglied des Europäischen Parlaments, wo sie (laut ihrer eigenen Website) versucht, im Rahmen sehr beschränkter Möglichkeiten über die kommenden Überwachungsmaßnahmen zu informieren, Wissenschaftler:innen eine Bühne zu geben, Armut und Diskriminierung zu bekämpfen. Und ihre Vision eines neuen Gesellschaftssystems nach der friedlichen Abschaffung des Kapitalismus zu erläutern. In ihren Texten verhandelt sie seit jeher, was auch politisch auf dem Spiel steht.

«Es ist dunkel. Wie immer. Und angenehm.» Mit diesen Sätzen beginnt «Ein wenig Licht. Und diese Ruhe.», Sibylle Bergs neues Theaterstück, geschrieben anlässlich einer Retrospektive zum Werk des kanadischen Künstlers Jeff Wall. Inspiriert ist der Text insbesondere von dessen Fotografie «Fieldwork», die einen Archäologen bei Ausgrabungen auf dem Gelände eines ehemaligen Dorfes der Sto:lo Nation ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Jahrbuch 2025
Rubrik: Neue Stücke, Seite 147
von Valerie Göhring

Weitere Beiträge
Empathie und Suppe

Ich musste an die Lebenswert-Liste des «jetzt»-Magazins denken. Eine Stichwort-Aufzählung von Gründen, weshalb diese Woche lebenswert sei. Die Liste speiste sich aus den Einsendungen junger Leser:innen und wurde in den neunziger Jahren jede Woche auf der letzten Seite des Magazins gedruckt. Für den unglücklichen Teenager, der ich war, war sie eher eine...

Die Alltäglichkeit des Verlusts

Die Bühne ist ein großes Schweigen» in Paula Kläys Stück «Gewölk». Es kann erst beginnen, wenn eine gewisse Zeit vergangen ist: «Tauben fliegen drei Mal um das Theater und dann weg.» Sind diese Tauben nur Tauben? Oder könnten es nicht doch auch Mavies Eltern sein, die, immer schweigend, zuletzt nickend, den Kopf vor- und zurückschiebend, auf einer Parkbank...

Das große Völkerballturnier

In diesen düsteren Zeiten hat mich unser vierwöchiges Sportfest am Ballhaus Ost sehr glücklich gemacht. Es begann mit der Magie des Theatersaals, der sich mit bunten Linien auf dem Parkett, Netzen und Stadionleuchten in eine Sporthalle verwandelt hat – und dann mit kleinen Bühnenbildern, Lichtstimmungen wieder zu einem Theater wurde, aber eben zu einem...