Das große Völkerballturnier
In diesen düsteren Zeiten hat mich unser vierwöchiges Sportfest am Ballhaus Ost sehr glücklich gemacht. Es begann mit der Magie des Theatersaals, der sich mit bunten Linien auf dem Parkett, Netzen und Stadionleuchten in eine Sporthalle verwandelt hat – und dann mit kleinen Bühnenbildern, Lichtstimmungen wieder zu einem Theater wurde, aber eben zu einem Turnhallentheater.
Die größtenteils fürs Festival entstandenen Performances – über Erinnerungen eines jugendlichen Basketballtalents, Bodyshaming und andere soziale Wettkämpfe, Pferde und Menschen und Hobby Horses, die kleinste Eishockeyliga der Welt in der DDR, Fashion-Passion im Fußball, Selbstverteidigung und Angst, LGBTQI*-Bürokratie als Hürdenlauf und Stereotype im Turniertanz – haben gezeigt, wie eng Welt und Menschen aus Kunst und Sport miteinander verbunden sind und wie konstruiert deren räumliche Trennung.
Meine Feierabende hat das abwechslungsreiche Kursprogramm versüßt: Ich durfte Tischtennis, Volleyball und Badminton spielen, Ultimate Frisbee, Parkour, Tennis Harfe, Double Dutch, Pickleball und Traumaarbeit im Muay Thai kennenlernen und mich bei Musical Dance Workout, Chor und Queer Functional Training verausgaben. ...
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Theater heute Jahrbuch 2025
Rubrik: Cheering up, Seite 92
von Anne Brammen
Nein, Joseph Schumpeters affirmative Theorie vom Wirken der disruptiven Kräfte im Kapitalismus steht nicht im Zentrum von Thomas Melles Überschreibung und Neudichtung der «Bakchen» nach dem Urmuster von Euripides. Dennoch kann diese mitgedacht werden, wenn der Autor befragt, was das Dionysische sein und wofür es heute stehen könnte. Und natürlich kommt auch diese...
Während ich diese Zeilen schreibe, weiß ich nicht, wie sich die Lage entwickeln wird. Was heute noch Gegenwart ist, kann beim Erscheinen dieses Textes bereits Geschichte sein. Oder eine Leerstelle. Oder nur noch Rauch.
Ich frage mich, ob die Erinnerung an Zeiten wie Krieg nicht auch ein kollektives Schreiben ist.
In den letzten Tagen habe ich Texte gelesen – von...
Ich fühle», sagt MR01 in Emre Akals neuem Text. «Ich fühle Sehnsucht. Ich fühle Liebe. Ich fühle Schmerz.» Eine Stimme, sanft, empathisch, ein Versprechen von Nähe. Doch was fühlt da wirklich? Wer spricht hier? MR01 ist kein einzelner Körper, keine fest umrissene Figur, sondern eine künstliche Intelligenz. Ein System, das sich materialisiert: als Mutter, als...
