Empathie und Suppe

Raphaela Bardutzky und die bleibenden Folgen der Lebenswert-Liste

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Ich musste an die Lebenswert-Liste des «jetzt»-Magazins denken. Eine Stichwort-Aufzählung von Gründen, weshalb diese Woche lebenswert sei. Die Liste speiste sich aus den Einsendungen junger Leser:innen und wurde in den neunziger Jahren jede Woche auf der letzten Seite des Magazins gedruckt. Für den unglücklichen Teenager, der ich war, war sie eher eine «Das-Leben-das-ich-leben-will»-Liste.

Ich wuchs auf in Germering, eine Schlafstadt, die für bayerische Verhältnisse von außergewöhnlicher Hässlichkeit ist. 40.

000 Einwohner:innen, eine lieblose Ansammlung von Plattenbauten, uniformen Reihenhaussiedlungen und sieben Kirchen.

Wenn es was zu feiern gab, wie beispielsweise den Gewinn einer Fußball-EM, trafen sich die Germeringer:innen im Stadtzentrum – das war ein Kreisverkehr neben der Bahnhofsunterführung. Am Bahnhof geriet ich mehrmals in Schlägereien.

Weil ich ein Mädchen war, verboten mir meine Eltern das Fußballtraining. Stattdessen ging ich in die örtliche Blaskapelle. Übrigens das einzige kulturelle Angebot in der Stadt, neben der Leihbücherei. Dort las ich alles, was ich in die Finger kriegte. Und diese Lebenswert-Listen von «jetzt».

Hängemattenfreundschaft
Die Leser:innen, die ...

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Theater heute Jahrbuch 2025
Rubrik: Cheering up, Seite 97
von Raphaela Bardutzky

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