Flächendeckend modern
Manche Theatertexte brauchen etwas länger. Im Fall von Anne Leppers frühem Stück dauerte es zehn Jahre bis hin zur Uraufführung und einem Erlebnis, das man schon in späteren Stücken wie «Seymour», «La Chemise Lacoste» oder vor nicht allzu langer Zeit in der Uraufführung von «Mädchen in Not» erfahren hatte. Die Wuppertaler Autorin taucht gerne in die Erlebniswelt heranwachsender Jugendlicher ein und erzählt von diesem Pendeln zwischen peinigendem Selbstzweifel, auffahrendem Größenwahn und scheu stocherndem Begehren.
Dabei verordnet sie den adoleszenten Sinnsuchern einen derart surrealen Sprachsound, dass man die Augen schließen und nur hinhören möchte.
«Hund wohin gehen wir» wurde 2011 beim Stückemarkt des Berliner Theatertreffens ausgezeichnet und vom Westdeutschen Rundfunk als Hörspiel produziert. Jetzt, da die Uraufführung anstand, fiel die nicht nur in pandemische Zeiten, sondern auch in die Umbauphase des Kleinen Hauses, in dem das Staatstheater Darmstadt ansonsten neue deutschsprachige Dramatik platziert. Ausweichspielstätte ist die Kunsthalle der Stadt, in deren Räumen bis Anfang 2022 eine Ausstellung über «Britische Dokumentarfotografie seit den 1960er Jahren» zu sehen ...
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Theater heute März 2022
Rubrik: Chronik, Seite 48
von Jürgen Berger
BERLIN, AKADEMIE DER KÜNSTE
bis 13.3. (Finissage)//Erich Wonder T/Raumbilder für Heiner Müller
Mitte der 1970er Jahre trafen der Autor Heiner Müller und der Bühnenbildner Erich Wonder am Schauspiel Frankfurt zum ersten Mal aufeinander. Die Ausstellung präsentiert diese Arbeitsprozesse in Gemälden, großformatigen Aquarellen, Zeichnungen, Übermalungen und Fotografien...
Mexikanische Wolldecken, Kunst an den Wänden und kluge Literatur in den Regalen. Ein Haus, eine Villa – aus Glas, Holz und Beton –, sehr stilvoll, sehr hoch oben in den Bergen und ganz ohne Funknetz. Die Aussicht ist «wow» und die Besitzer schwimmen im Geld. So heißt es im Text. Die Besitzer, das sind Tom und Sue. Er (Immanuel Humm) hat sein Geld in der...
Es geht immer um den einen Augenblick. Den Moment der Schönheit, den großen Moment der Mode, den der Gemeinschaft. Und um das Movens der Maskerade. Am Anfang behauptet Trajal Harrell keck aus dem Publikum heraus «I am Anna Wintour». Die Chefredakteurin der «Vogue» – ein gewisser Trajal Harrell habe sie angefragt, ob sie heute Abend nicht mittanzen wolle. Sie habe...
