Die Möglichkeit, aus der Kurve zu fliegen

Ist das dramatische Schreiben auf digitale Räume über- tragbar? Die Frage stellt sich das neu gegründete Institut für Digitaldramatik am Mannheimer Nationaltheater. Neun Stipendiat:innen erforschen eine Spielzeit lang, wie Texte für neue digitale Bühnen entstehen können. Verena Großkreutz spricht mit den Mannheimer Dramaturg:innen Sascha Hargesheimer und Lena Wontorra und den Stipendiat:innen Niels Wehr (Videokünstler) und Seda Keskinkılıç-Brück (Autorin)

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Verena Großkreutz Warum hat sich das «Institut für Digitaldramatik» gegründet? Was steckt hinter diesem universitär klingenden Begriff? 
Lena Wontorra Durch die Pandemie wurden alle Theater plötzlich gezwungen, sich mit den digitalen Möglichkeiten zu befassen und zu akzeptieren, dass es auch im Internet Bühnen gibt. Es gab ja viele Ersatzprogramme, geboren aus dem Schock der plötzlichen Sprachlosigkeit.

Wir haben uns hier in Mannheim bald die Frage gestellt, welche Stoffe sich speziell dafür eignen, sie digital oder online zu erzählen. Weil wir schon lange auf die Förderung junger Autor:innen setzen, lag es nahe, dies aufs Digitale auszuweiten. Es braucht jetzt eine langfristige inhaltliche Auseinandersetzung mit den digitalen Möglichkeiten. 
Sascha Hargesheimer Es gab ja schon viele Online-Formate, die wir nutzen konnten. Wir haben  zum Beispiel Arthur Schnitzlers «Fräulein Else» als  Instagram-Live-Performance gestreamt. Da passten Form und Inhalt perfekt zum Thema. Am Ausgangstext mussten wir gar nicht so viel ändern. Was in Schnitzlers Novelle verhandelt wird, ist ja vor allem die Selbstinszenierung. Genau das Thema von Instagram. Ansonsten funktioniert der dramatische Kanon ...

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Theater heute März 2022
Rubrik: Digitaltheater, Seite 39
von Verena Großkreutz

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