Familie und Gewalt
Guten Abend, willkommen, der Herbst: Rentrée!, wir springen gleich rein, head on, ins Thema: Familie und Gewalt
I THEMA
BARACKE, Familie und Gewalt, das ist das zentrale Thema dieses Stücks, ganz simpel und klar. Es zieht mich immer hin zu großen, einfachen Themen, die etwas Banales, fast Archaisches haben, RAVE: das Feiern, IRRE: der Wahnsinn, ABFALL für alle: das Ich, JOHANN HOLTROP: Geld und Macht, und hier also BARACKE: Familie und Gewalt.
Es ist meine, mir seltsam selbstverständliche, Urintuition, daß diese beiden Dinge zusammengehören, Familie und Gewalt, obwohl ich natürlich weiß, daß andere bei Familie an ganz andere Dinge denken, aber an welche eigentlich genau, etwa an Glück? Nein: die Nähe der Körper, der geschlossene Raum, die Sexualität, der hohe Druck, die lange Dauer der Tage, der Jahre, nicht zuletzt auch die von den Genen mitbewirkte Übernähe der Charaktere: das ist das fundamental explosive Setting der Familie, das sich fast normalfallhaft in gewalttätigen Ausbrüchen entlädt.
So weit, so banal; das andere ist komplizierter. Es ist ein ungenaues, zugleich absurd evidentes Gefühl, das mich zu Beginn der Nullerjahre so massiv und unverstehbar beherrschte, daß ich ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Dezember 2023
Rubrik: Das Stück, Seite 26
von Rainald Goetz
2.12./SAMSTAG
19.20, 3sat: Theater zwischen Kunst und Aktivismus
Die Dokumentation beleuchtet aus Anlass der Verleihung des Theaterpreises DER FAUST die deutsche Theaterlandschaft im Spannungsfeld von Kunst und Aktivismus.
5.12./DIENSTAG
0.00, ZDF: 37°, Aufbruch hinter Gittern: Theater im Knast
Das Berliner Gefängnistheater «aufBruch» inszeniert einmal im Jahr...
In Turnschuhen und weißem Kleid sitzt sie mit ihrem Vater am langen Tisch und gibt freche Widerworte. Pauline Gloger nimmt ihre Ophelia am Staatstheater Meiningen sehr frisch. Mit ihrem Schatz Hamlet (Yannick Fischer) sitzt sie in der Schauspielerszene wild flirtend und händchenhaltend als imaginierte letzte Reihe am Bühnenrand. Das ist der wahre Hingucker dieses...
Manchmal findet man solche Bahnhöfe noch in Osteuropa: Stationen, die in aufwendiger, wenn auch ein wenig heruntergekommener Architektur eine Begeisterung für die Menschen verbindende Kraft der Eisenbahn vermitteln, oft mit überraschend dichter Personaldecke ausgestattet und so ein Anschluss der Provinz nach Warschau, Prag oder Belgrad. Bühnenbildner Duri Bischoff...
