Familie und Gewalt
Guten Abend, willkommen, der Herbst: Rentrée!, wir springen gleich rein, head on, ins Thema: Familie und Gewalt
I THEMA
BARACKE, Familie und Gewalt, das ist das zentrale Thema dieses Stücks, ganz simpel und klar. Es zieht mich immer hin zu großen, einfachen Themen, die etwas Banales, fast Archaisches haben, RAVE: das Feiern, IRRE: der Wahnsinn, ABFALL für alle: das Ich, JOHANN HOLTROP: Geld und Macht, und hier also BARACKE: Familie und Gewalt.
Es ist meine, mir seltsam selbstverständliche, Urintuition, daß diese beiden Dinge zusammengehören, Familie und Gewalt, obwohl ich natürlich weiß, daß andere bei Familie an ganz andere Dinge denken, aber an welche eigentlich genau, etwa an Glück? Nein: die Nähe der Körper, der geschlossene Raum, die Sexualität, der hohe Druck, die lange Dauer der Tage, der Jahre, nicht zuletzt auch die von den Genen mitbewirkte Übernähe der Charaktere: das ist das fundamental explosive Setting der Familie, das sich fast normalfallhaft in gewalttätigen Ausbrüchen entlädt.
So weit, so banal; das andere ist komplizierter. Es ist ein ungenaues, zugleich absurd evidentes Gefühl, das mich zu Beginn der Nullerjahre so massiv und unverstehbar beherrschte, daß ich ...
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Theater heute Dezember 2023
Rubrik: Das Stück, Seite 26
von Rainald Goetz
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